Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1846)
- Date
- 1846-01-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land - Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literaturblatt (von welchem jede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 «f, mit demselben 5 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 a/i’ Nr. 4 Sonntag den SS Januar 1846. VII. Jahrgang. Ueb erb lick. Haupt -Artikel: Religiöser Ernst, die Grundbedingung des Reformirens — Geschichte des Tages: Eperies: Berichtigung. — Aus Unter franken: Baierische Zustände. — Prag: Jüdische Zustände. — Schwerin: Innere und äußere Verhältnisse. — Miscelle. Inhalt des Literatur - Blattes: Sendschreiben an den Rabbinen vr. Aub. (Schluß.) Religiöser Ernst, die Grundbedingung des Reformirens. Von A. Adler. Die Frankel'sche Zeitschrift für die religiösen In-! teressen des Jndentdums enthält im Septemberhefte von 1 Dr. M. Landau einen Aufsatz, der den religiösen Ernst > zwar als die Grundbedingung des Reformirens aufwei-! sen will, aber selbst so alles religiösen Ernstes baar ist, daß ihn der wahre religiöse Ernst mit Unwillen zurückweisen muß. Wir wollen im Folgenden diese unsere Behauptung durch eine Analyse des Aufsatzes rechtfertigen. Derselbe empfiehlt einleitend den Reformgenossenschaften von Laien und Rabbinen, daß sie von ihren Gegnern lernen mögen, ohne irgendwie auch nur naher anzudeuten, wer denn die Gegner find, von denen die Reformgenossenschaften lernen sollten, ob diejenigen. welche überhaupt die Möglichkeit einer Reform ganz und gar in Abrede stellen, oder der Verfasser und seine Genossen, die, wie deutlich genug aus dem Weiteren hervorgeht, keinen sichern Standpunkt haben und sich dadurch keifen, daß sie nad) Belieben und Behaglichkeit bald herüber, bald hinüber hüpfen, je nachdem es Vortbeil bringt. Wir danken Gott, daß die Reformgenossenschasten von diesen Gegnern bis jetzt noch Nichts gelernt haben und erwarten von deren sittlichem Charakter und religiösem Ernste, daß sie es auch fernerhin unterlassen werden. Herr Dr. Landau gehen weiter, ohne Zweifel um den Reformgenossenschaften von Laien und Rabbinen die Dringlichkeit des Lernens von den Gegnern zu beweisen, und sprechen von den drei Reformvereinen und den Rabbinerversammlungen, welche wir in kurzer Zeit und rascher Aufeinanderfolge erlebt haben, ohne daß das Heil des Judenthums auch um einen Schritt gefördert sei.