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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-01-09 · Heft 2 (9.1.1848) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 2 (9.1.1848)
Date
1848-01-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Isaksohn. Frankfurt a. O- — Unsere Gemeinde gehört zur Kategorie derjenigen guten Frauen, die wenig oder gar nichts von sich reden machen. Cs ist uns in diesen Blättern — und soviel ich mich erinnere, gilt dies von allen andern — noch kein Bericht von hier aus datirt, begegnet. Und in der That waS sollte ein Berichterstatter aus unserer Gemeinde NcueS und Interessantes melden, da Alles beim interesselosen Alten geblieben. Dem Gemcindcwescn steht wohl in seiner äußerlichen Gestaltung durch das neue Gesetz eine Veränderung bevor, den innern Gemcindezwecken, den Institutionen nämlich, um deren Villen eine organistrte Gemeinde eigentlich da ist, von denen wir Eulrus und Neligionsschulc als die ersten und wichtigsten hcrvorhebcn dürfen, steht leider keine Regeneration in Aussicht. Allenfalls wird in der Verwaltung ein Wechsel der Personen, mit diesem aber kein Wechsel der Principicn eintretcn, da man sich hier überhaupt nur um Persönlichkeilen aber nickt um Grundsätze streitet. Noch ist bei uns von einer Neligionsschulc wie sie in den meisten deutschen Gemeinden blühen und von Fahr zu Jahr herrliche Fruchte tragen, keine Rede und die li-lc Fugend wird im widerwärtigsten Ziidisscrentismus groß gezogen. Für die Synagoge ist seit einigen Fahren in der Person des Hrn. l)r. Jsaakssohn ein Rabbiner angesti llt und für düsen in der Synagoge eine Kanzel aufgestellt. Früher war die Kanzel beweglich, jetzt ist sie stabil. So ungern unsere Orthodoxen in diese stabile Reform willigten, so sahen sie doch alsbald die Nothwcndigkcit derselben ein, da unser Rabbiner auf der Kanzel gar gefährliche Evolutionen gegen die Reformen, versteht sich die auswärtigen, ausführt, und auf einer weniger stabilen Kanzel sich bei großer Erregtheit mit der Kanzel den ihm gerade gcgennbcrstchcndcn Orthodoxen ins Gesicht werfen könnte. Anfangs wurde unser Rabbiner als großer und starker Redner gelobt. Man rühmte ihm nach, daß er, wenn cr erst einmal gcgendie gottlose Reform, von der in seiner Gemeinde gerade nichts zu verspüren ist, in Hitze und Eifer grräth, zwei Stunden und darüber sprechen könne, ohne sich heiser zn sprechen. Fn neuerer Zeit soll dies Rcdnertalent sich doch etwas abgenützt hahcn, da die Leute nichts mehr davon zu erzählen wissen, weil sie die Predigten nicht mehr besuchen. Das stärkste Feuer, das die Reformer in den Schlachten, die unser Rabbiner ihnen auf der Kanzel liefert, auszustehcn haben, ist dic Kabala, da cr ganze Stellen aus dem heiligen Sohar gegen sie ins Schlachtfeld rücken läßt. Warum unser Rabbiner keine RcligionSschule gründet und den Religionsunterricht nicht selbst crtheilr? Weil cs der Würde eines,/Gelehrten" nämlich eines solchen. | den das L. R. zur Abnahme von Juden - Eiden dcsignirt, j nicht angemessen sek, und weil ein solcher Gelehrter ex professo I hierzu keine Zeit hat. So traurig stchts nm Gottesdienst und! religiöse Jugenderziehung und unser geistlicher Wächter warnt vor dem Meineide! Möge Gott cs bessern! Anö der Rede des Staatsraths Due. Bei Wergelandö Tovtc.fcicr in Stockholm. „Als ein Landsmann Henrik Wcrgcland's, als derjenige, der sein Genie, sein ausgezeichnetes Dichtertalent hochschätzte, und als derjenige, der mit lebhaftem Interesse seinem Bestreben für die Lösung mehrerer, für das Menschenwohl, die Aufklärung, die Freiheit und das Vaterland hochwichtige:: Fragen folgte, kann ich nicht ohne Rührung dieses Monument, das bald sein Grab schmücken wird, betrachten. Es geziemt mir nicht, den zu früh Entschlafenen preisen zu wollen, indem ich mich über sein Veidiensr als 'Mensch und Dichter aussprcche, nur das ist auch nicht nethig, am wenigsten in der hier anwesenden Versammlung; denn hier ist die Bcdentnng des jetzt enthüllten Monuments bereits mit wahren und schönen Worten geschildert , und dem Namen Henrik Wergeland's eine eben so begründete als ehrenvolle Huldigung gezollt worden. Indem ich hiesür meinen wärinstcn Dank ansspreche, bitte ich einige Worte au diejenige richten zu dürfen, denen dieses Denkmal seine Entstehung verdankt, die auf eine, meinem Laiidsn-.anne so ehrenvolle Weise, seine letzte Ruhestätte schmücken. Edel und uneigennützig war der Beweggrund, der Henrik Wcrgelanv dazu trieb, niit der ganzen Fülle stiner lebendigen Seele die Emancipation der Juden in Norwegen zu umfassen, und als eine der wichtigsten Aufgabe seines Lebens für die Aufhebung eurer gegen wahres Ehcistenthnm und allgemeinen Menschenrechte streitenden Bestimmung in unfern: Grundgesetze, das in anderen Beziehungen so warm Freiheit uns Gleichheit, Humanität und Liberalismus athmet, zu wirken. Edel und uneigennützig, wie dieser Beweggrund, ist auch der Beweis von Erkenntlichkeit, den dieses Denkmal so deutlich ausspricht. Henrik Wcrgelan'o streute einen Saamcn, dein der Himmel seinen Segen nicht vorcnthalten wird. Schon konnte cr mit liebevoller Hand die zarte Pflanze hegen, die trotz dcS unfruchtbaren DodenS üppig emporwnchs; — schon stützte er selber und mancher Edle mit ihm den schlanken Sprößling; doch — der Herr über Leben und Tod rief ihn von der Arbeit ab; - es ward ihm nicht vergönnt, die reife Frucht zu erblicken, — diesen Rostfleck von dem blanken Schilde unserer Verfassung

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