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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-01-03 · Heft 1 (3.1.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 1 (3.1.1847)
Date
1847-01-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kemrtniß und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Br. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 *tf. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6^-x. Nr. 1. Sonntag den 3. Januar 1*47. 7111. Jahrgang. Ueberblick Haupt-Artikel: Offener Brief über die dritte Rabbinerversammlung. Von vr. Holvheim. — Geschichte des Tages: (Aus Mittelfranken.) Geschichte eines „faulen Fleckens". — Die isr. deutschen Lehrer. — Die polnischen unv rc. Juden. — Der zweite Festtag in Baiern. — (Berlin: Verschiedenes. 'Offener Brief über die dritte Rabbinerversammlung*) Von vr. Holdheim. II. Schwerin, im November 1846. Lieber Freund! Die Protokolle der dritten Nabbinerversammlung sind erschienen. Geiger, wie in Allem genial war ein ausgezeichneter Präsident und ein gleich ausgezeichneter Redackeur. Die Prorokolle sind ein treuer Spiegel der dritten Rabbiner- Versammlung. Wie diese ihre Aufgabe faßte und löste, darüber haben wir uns bereits erschöpfend ausgesprochen. Sie hielt sich für ein rein praktisches Institut, während sie nach unserer Ueberzeugung ein wissenschaftlich-praktisches sein müsse. Was sie zu solcher Verkennung ihrer Aufgabe verleitete, ist nicht schwer einznsehen. Jedes einzelne Mitglied nahm sein eigenes Wirken in seiner Gemeinde zum Maßstabe sei- *) Der erste Brief ist in Rr. 46 — 48 devorigen Jahrgangs abgedruckt. ner Wirksamkeit in der Rabbnrerversammlung und meinte, es müsse zwischen dem individuellen und dem gemeinschaftlichen Wirken eine innere Uebereinstimmung herrschen. Und darin liegt der große Jrrtknm. Der einzelne Rabbiner, er mag in der Theorie was immer für eine Stellung einnehmen, muß auf dem Gebiete seiner praktischen Wirksamkeit sich immer auf den Standpunkt seiner Gemeinde stellen und darf nur solche Reformen empfeblen oder zur Ausführung bringen, für welche die Gemeinde reif und empfänglich ist. In Bezug auf praktische Wirksamkeit ist der Rabbiner in seiner Gemeinde das Organ der gegenwärtigen religiösen Ueberzengungen, derbercitsin ibr erkannten und allgemein gefühlten Bedürfnisse und kann und darf über diese nicht hinausschreiten. Wer da den Rabbinen eines Widerspruchs zwischen seinen wissenschaftlichen Überzeugungen und seiner praktischen Wirksamkeit zeihet, dem fehlt die rechte Einsicht in das innere Wesen unsrer Verhältnisse. Der Gärtner macht sich durchaus keines Widerspruchs schuldig, wenn er die jedesmal reif gewordene Frucht pflückt und

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