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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-12-28 · Heft 52 (28.12.1845) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 52 (28.12.1845)
Date
1845-12-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Zfraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kemrtnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Vir. M Heß, Großherzogt. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5/* 15^ oder 3^. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6^4 Rr. 52. Sonntag den 28. Deeernber 1845. VI. Jahrgang. Ueb erblick. Kaupi - Artikel: Reform-Bestrebungen im Großherzogthum Baden. — Geschichte des Tages: Frankfurt a. M>: Gcrvinus über die Deutsch-Katholiken. (Schluß.) —Berlin: Hoffnungen unv Bestrebungen der Berliner Zudem — Literarisches. - Literarische Anzeige. Alle Diejenigen, welche auf den Israeliten (mit, oder ohne das Literatur-Blatt) zu abonniren wünschen, werden ersucht, dieses demnächst zu thun, damit die Stärke der Auflage darnach bestimmt werden kann. Die Berlagshandlung. Reform - Bestrebungen im Großherzogthum Baden. (Schluß.) Haben wir in dem Bisherigen fast ausschließlich — eine kurze Digrcssion abgerechnet — der Bestrebungen der Reformfreunde und der von ihnen erzielten Resultate gedacht: so müssen wir nunmehr, um ein vollständiges Bild unserer Zustände zu liefern, auch der Eingangs erwähnten, entgegengesetzten, antireformistischen Bestrebungen derjenigen Partei gedenken, die sich selbst die conservative nennt, in Wahrheit aber durch ihr Verhalten zur destruktiven wird, da ihr hartnäckiges Beharren am Alten, wenn auch Erstorbenen und werthlos gewordenen, ihr Zurückstoßen alles Neuen, wenn gleichwohl bessern und lebenskräftigen, unsere religiösen Zustände so tief herabgebracht hat, und sie immer mehr zu verdrängen droht. Wir müssen, um ganz verstanden zu werden, dabei auf den Zeitpunkt zurückgehen, in welchem unsere Gemeinden den Protest der 77 gebührend zurückzuweisen und für die bevorstehende zweite Rabbinerversammlung Interesse zu nehmen begannen. Herr Rabbiner Fürst von Heidelberg eröffnete den Reigen der Reformfeinde. Dieser kluge Mann, der, seit Jahren diplomatischer Feinheit beflissen, stets in die Mitte der streitenden Parteien sich gestellt hat, um beiden ein lachendes Gesicht zu zeigen, dieser Mann hatte einmal die Unvorsichtigkeit begangen — was bekanntlich bei Diplomaten zum unverzeihlichsten Verbrechen wird — im Vertrauen, daß die Sache ein ewiges Geheimniß bleiben werde, dem Proteste der 77 sich anzuschließen und mit seiner Namensunterschrift zu besiegeln. Kaum sah sich daher der Mann getauscht, sein tief bewahrtes Geheimniß verrarhen und seine eigenen Gemeinden wider ihn im Streite entbrannt, *) als er zu unterhan- *>»Die Gemeinden Heidelberg, Schwetzingen unv Nußbach erklärten sich öffentlich gegen die Proteftation der 77.

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