Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 47 (23.11.1845)
- Date
- 1845-11-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenutniß und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang bfi 1ö§-?oder3^. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 Xi Nr. 4V Sonntag den SS. November 1845. VI« Jahrgang Ueberblick. Haupt Artikel: Antwort auf das Sendschreiben des Herrn vr. Herzfeld von vr. Holdhetm. — Geschichte des Tages: Bon der Elbe: Frankel. — Berlin: Die Reformgenoffenschaft. —Burgpreppach: Das Rabbinat; Bildung der Lehrer.— London: Die jüdischen Freimaurer. — New-Aork: Cultus. — Marocco; Die Juden. — Miscellen. — Literarische Anzeigen. Antwort auf das offene Sendschreiben des Hrn. Dr, Herzfeld, die das talmndische Judenthum durchdringende Ansicht von der absoluten Ewigkeit des Ceremonialgesetzes, die höhere Anschauung der Propheten und das Reformprineip der positiven historischen Fortbildung betreffend. Von vr. Holdheim. (Fortsetzung.) Ach wende mich nun zu Ahnen, mein geehrter Herr College, und zu dem von Ahnen ferner Gesagten, um mit Ahnen gemeinsam den historischen Standpunkt und das, was wir auf demselben leisten können, leisten sollen, zu würdigen. Man hat mir auch von fteundlicher und wohlwollender Seite Mangel an historischer Betrachtungsweise vorgeworfen, man hat sogar aus unzulänglicher Würdigung meiner in mehreren Schriften niedergelegten Ansichten mich in eine etwas schiefe Stellung zu der historisch sich nennenden Reformpartei gebracht, und nicht undeutlich zu verstehen gegeben, als wollte ich durch meine ertreme Kritik des talmudischen Princips das Zudenthunv aus dem ruhigen Gange seiner historischen Fortbildung in eine revolutionäre Richtung hiueindrängm und es zum gewaltsamen Bruch mit der Geschichte bringen. Ich fühle mich daher Ahnen doppelt zu Dank verpflichtet für die schicklichen Anknüpfungspunkte, die Sie mir in Ihrem offenen Sendschreiben gegeben. Auf. historischem Standpunkte, sagen Sie, ist die Agada für die Constatirung der jüdischen Denkweise höchst beachtenswerth. Frellich wenn sie das thäte, wenn sie ein sicheres Zeugm'ß der jüdischen Denkweise in Ihrem Sinne wäre, wer wollte oder kömtte zweifeln, daß sie für die Constatirung derselben die höchste Beachtung verdiene. Bevor wir aber dieses untersuchen, muffen wir uns über den historischen Standpunkt etwas genauer verständigen. Das historische Element in dem talmudischen und