Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1845)
- Date
- 1845-11-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnist und Reform des israelitischen Lebens- Redigirt und herausgegeben von Dr, M Heß, Großherzogl. Wermar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5^ 15 oder 3^. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 Nr. 4« Sonntag den 16. November 1§45. VI. Jahrgang Ueberblick. Haupt - Artikel: Antwort auf das Sendschreiben des Herrn vr. Herzfeld von Vr. Holdheim.— Geschichte des Tages: Aus dem Großherzogthum Hessen: Die Rabbiner-Versammlung.— Aus der Pfalz: Jüdische Zustände. (Schluß.) — Literarisches (Schluß). — Antwort auf das offene Sendschreiben des Hrn. »r. Herzfeld, die das talmudifche Judenthum durchdringende Anffcht von der absoluten Ewigkeit des Ceremonialgefetzes, die höhere Anschauung der Propheten und das Reformprineip der positiven historischen Fortbildung betreffend. Von vr. Holdheim. (Fortsetzung.) Schon in der biblischen Sphäre unserer Religionsgeschichte sind Fort- und Rückbildungen in stetem Kampf und Wechsel begriffen; die höhere Anschauung der Propheten ist nicht nur im Volksbewußtsein nicht aufgegangen, sondern sogar nach dem Erst wieder in der gesetzlichen gänzlich untergegangen. Der Talmud der nicht umhin kann, der Prophetie in der Idee einen höheren Rang als dem gewöhnlichen Menschengeist zuzuerkennen, sucht ihr Amt doch praktisch zu verkümmern und es nur auf außerordentliche, im Pentateuch nicht angedeutete Fälle und gleichsam nur auf Nebendinge einzuschränken und spricht ihr geradezu die Befugniß ab, in eigentlichen für alle Zukunft geltenden und deshalb vom Pentateuch schon vorgesorgten Religionsbestimmungen ein Wort mitzureden p-w maon nnyo “on mnb wi wsi Megilla 2. b; ja Gott selbst, die höchste Quelle der Prophetie, mußte in einem gelehrten Streite mit der himmlischm Akademie an die gelehrte Autorität des Raba bar Rachmenis appelliren (Baba Mezia 86 s) weil in dm von Gott für alle Ewigkeit im Pentateuch festgestelltm Bestimmungm der innerhalb gesteckter Grmzen sich bewegmde Menschenverstand allein als Autorität gilt und diesem ausschließlich das Entscheidungsrecht eingeräumt wordm ist. Als die Prophetie in Israel erloschm, der selbstständige Offenbarungsquell versiegt war, blieb nach dem Talmud, nur noch eine Tochterstimme, ein Echo zurück, das von