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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-11-09 · Heft 45 (9.11.1845) · page 11

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 45 (9.11.1845)
Date
1845-11-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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ihn ein Triumphgeschrei erheben und ihn von einem „Mißverständnisse der Citate in de ^acy" und von meiner „Oberflächlichkeit" mit Händeklatschen raisonniren läßt. Die Dofitheer nämlich, meint er, seien gerade darin von den andern Samaritanern abgewichen, daß sie „sich mehr dem Judenthum genähert, fich mit den Dogmen der Juven mehr befreundet", während ich behauptete, sie hätten „vieles Alte («eil. von jüdischen Institutionen) abgeschafft und Neues eingeführt", und auch diese angebliche Einführung der längeren Formel sei daher „ganz den jüdischen Dogmen entsprechend." Zuvörderst muß ich hier nur bemerken, daß, nachdem wir nun die Lehre der Dositheer über die Ewigkeit des Urstoffes, ihre Leugnung einer andern Welt und der Auferstehung festgestellt, von einer Annähenmg derselben an die Juden keine Rede mehr sein kann; ferner sagt Mas'udi in der bereits oben angeführten Stelle, daß die zwei Parteien unter einander selbst ebenso verschieden sind, wie die Samaritaner insgesammt von den Juden, also beide in gleicher Entfernung von den Juden. Dann habe ich noch anzuführen, daß ich blos sage, die Dofitheer hätten „vieles Alte abgeschafft und Neues eingeführt; das in Klammern Eingeschaltete: „seil. von jüdischen Institutionen" ist vom Rec. hinzugefügt. Zn der Allgemeinheit, wie ich es sage, steht es in den Quellen, und kam es mir blos darauf an, zu bemerken, daß diese Secte von alten Bestimmungen abzuweichen beflissen war, mochten diese nun den andern Samaritanern allein oder diese mit den Juden zusammen angehören. Jedoch gch'n wir der Sache tieferauf den Grund! Der Rec. führt ein Stück einer Stelle aus dem von mir gegebenen Citate, nämlich de Sacy ehrest. II. S. 482 f., im Originale und in Uebersetzung an. Da erfahren wir nun erstens, daß die Dofitheer die gesetzlich eingesetzten Festtage aufgehoben, wobei der R«. wieder willkürlich einschiebt: „Der Samaritaner", wir werden vielmehr bald sehen, daß sie von diesen meistens nicht mehr als von den Juden abwichen. Ferner heißt es nach des Rec. Nebersetzung, daß sie „von dem Bekenntnisse der Samariter" in einigen Stücken abgewichen seien, und am Schlüsse nochmals: So wichen sie „von dem Samariterthum" in vielen Stücken ab. Wenn sie, nach dieser Angabe des arab. Chronisten, von dem Bekenntnisse der Samariter und vom Samariterthum in vielen Punkten abgewichen, so soll doch damit gesagt sein, möchte der Leser schließen, daß sie damit gerade von dem, was eigentlich die Differenz der Samaritaner von den Juden ausmacht, fich lossagen und sich diesen wieder annähern. So schließt wohl der Leser, wenn er des Rec. Wünschen folgt, aber er ist getauscht, denn er hat den Schluß nach einer falschen Uebersetzung gemacht, welche ihm der Rec. vorlegt. Dieser nämlich glaubt, das Wort oder rnDD^N sei ein nom. sing, fern., und er übersetzt es deßhalb mit „Samariterthum" oder „Bekenntniß der Samariter"; allein dieses Wort ist der pl. fractus von und heißt ganz einfach „die Samaritaner. Daß sie von den andem Samaritanern fich unterscheiden, versteht fich von selbst, sonst wären fie keine besondere Secte; aberdie Behauptung, von den andern Samaritanern abweichend und die vom Samaritanerthum abweichen, ist gerade eben so verschieden, wie der Satz: Die Karäer weichen von den andern Juden ab, sich von dem andern unterscheidet: Die Karäer weichen vom Judenthume ab. Der Rec. giebt hier eine Probe, wie trefflich er arabisch versteht. Gehen wir jedoch in die einzelnen Abweichungen, so kommen zuerst einige Bestimmungen über Reinheitsgesetze, von denen der Rec. nur eine anführt, welche von den jüd. Bestimmungen gleichfalls abweichen, denn — was Alles Rec. übergeht - daß sie alle andern Eier zu essen verbieten außer solchen, welche im Vogel gefunden werden, wenn er geschlachtet wird, dann wieder einige Reinheitsgesetze. z. B. daß der Schatten der Gräber verunreinige u. dgl., ferner das Verbot der oben hinlänglich besprochenen Formel und des Tetragrammatons, lauter Dinge, die dem Judenthume nicht annähernd find; darauf folgt — was Rec. gleichfalls, und offenbar abfichtlich, ausläßt —: „sie hoben die astronomischen Berechnungen auf und machten jeden Monat von dreißig Tagen ohne Ausnahme und hoben so die rechten Festtage auf und zerstörten die Fasttage." Ist man nicht über die Annäherung der Dofitheer an das Juventhum erstaunt? Während alle Secten mit den Rabbauiten in dem Punkte übereinstimmten, daß der Beginn des Monats von dem Sichtbarwerden des Mondes bestimmt werde und danach dann die Fest- und Fasttage fich richten, bestimmen die Dofitheer den Monat ohne weitere Beobachtung regelmäßig auf dreißig Tage und verrücken dadurch alle Festzeiten. Das ist es also, was der Berf. meinte, wie er sogleich am Anfänge des Stückes bemerkt, die Dofitheer hätten die rechten Festtage aufgehoben, und der Rec. hatte Unrecht, wenn er hinzusetzte: „der Samaritaner", da fie in diesem Punkte von allen andern jüdischen Parteien abweichen. Wenn es dann weiter heißt, was der Rec. sehr stark hervorhebt, fie hätten von dem Pesachfeste gleich den Juden 50 Tage gezählt, also nicht von dem in dieses Fest fallenden Sabbathe, sondern von dem zweiten Pesachtage an (nicht von dem ersten, wie der Rec. mit seiner genauen Gründlichkeit schreibt) so ist Dies wirklich das Einzige, worin die Dofitheer, gegenüber den andern Samaritanern, mit den Juden übereinstimmen, aber dennoch nach der vorherrschenden Angabe nicht ganz; denn da fie die Monate stets zu 30 Tagen rechneten, so feierten fie das Pesachfest nicht mit den Juden zu gleicher Zeit und daher auch nicht das Wochenfest, wenn fie auch zwischen beiden Festen einen gleichen Zwischenraum ließen. Bedenkt man nun, von welch hoher Wichtigkeit den Juden die Kalenderberechnung und die rechte Einsetzung der Feste war, so begreift man leicht, wie widerwärtig denselben die willkürliche Neuerung der Dofitheer war und wie fie ihnen diese Abschaffung aller Feststellungen zum Borwurfe machten. Noch einige Worte über die Nachricht des Epiphanius. Dieser ungenaue Beschreiber und Bekämpfer der Secten spricht am Anfänge seines Werkes adversus Haereses auch von den Samaritanern, die er in vier Secten theitt, Essener, Sebuäer, Gorthener und Dofitheer. Im Allgemeinen sagt er von den Samaritanern: „sie wissen Nichts von der Auferstehung der Tobten und glauben auch nicht daran." Bei der einzelnen Behandlung der verschiedenen Secten unter den Samaritanern sagt er dann von den Dofitheern: „fie stimmen in die Auferstehung ein." Wahrscheinlich hat hier Epiph. das Sachverhältniß verkehrt, und indem er von einer Abweichung der Dofitheer von.den andernSamaritanern im Punkte der Auferstehung

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