Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1845)
- Date
- 1845-10-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der 3frHelft des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kemrtnist und Reform -es israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Br. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5^ 15 dotier 3^. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 Nr. 4» Sonntag de« »«. Oktober 1845. vi. Jahrgang Ueberblick. Haupt - Artikel: Geigers Vorträge über die Verhandlungen der Rabbiner-Versammlung. — Geschichte des Tages: Frankfurt a.'M.: Der Bacher.— Berlin: Der Gottesdienst der Nefarmgenoffenschast. — Krakau: Jüdische Zustande. — Cassel: Das SeminP. — Papa: Das Schulwesen in Ungarn. — Miscellen. Geigers Vorträge über die Verhandlungen der Rabbiner-Versammlung. Breslau im Sept. Am 13. d. hielt Herr vr. Geiger einen außerordentlichen Vortrag »im großen Goldschmidt'schen Saale über die Verhandlungen der diesjährigen Rabbiner-Versammlung, zu welchem sich eine überaus große Zahl von Zuhörern eingefunden. Der Redner begann seinen Bortrag damit, daß er auf die äußere Verschiedenheit der Rabbiner-Versammlungen von andern Versammlungen überhaupt, welche im Namen und Interesse von Gesammtheiten oder Gemeinden zusammentreten, aufmerksam machte. Während die andern Versammlungen mit Vollmachten versehen sind, auf die sie sich stützen und berufen können, treten die Rabbiner- Versammlungen ohne alle äußere Berechtigung, ohne Vollmacht und Auftrag der Gemeinden, nur aus eigenem Antriebe zusammen. Sie hätten aber nicht minder eine innere Berechtigung in dem Geiste und in dem Bedürfnisse der Zeit, welche Berechtigung ihnen aber wieder die Verpflichtung aufcrlege, von allen ihren Schritten Rechenschaft abzulegen, was der Redner seinerseits zu thun beabsichtige. Hierauf ging er auf den der Rabbiner-Versammlung von vielen Seiten gemachen. V^-. wurf über, daß sie auf die Prinzipien nicht einaegangen und nur auf dem Felde der Praktik sicRlMvegen wollte. Das gegenwärtige Judenthum jet* voirMm gegenwärtigen Christenthum auch darin wesentlich» ^verschieden, daß während in diesem abweichende nungen sich geltend machen, in jenem über benspunkte Alle einig (?) seien; es könne daher? im Judentbum von keinem eigentlichen Prinzipiellst fei die Rede sein, sondern nur von verschiedenen Standpunkten, welche auf einem und demselben Boden stehen. Zudem wäre es auch nicht selten, daß man von verschiedenen Prinzipien aus zu denselben praktischen Resultaten gelangen könnte, daß verschiedene Richtungen doch in gewisse Punkte zusammenliefen, welche gewonnenen