Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 41 (12.10.1845)
- Date
- 1845-10-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5^ 15^over3^. Anzeigen für die gespaltene Zeile ü#» Skr. 4L Sonntag den LS. Oktober 1845* in« Jahrgang. Ueberblick. Haupt - Artikel: DaS Prinzip der Glaubens-Freiheit im Judenthum. — Geschichte des Tage«: Adresse an Frankel. — Berlin: Pleßner.— Kaiserslautern: Die pfälzischen Rabbinen. — Aus Amerika: Ein Oberrabbiner für Amerika; die dortigen Freimaurerlogen; jüdische Zustände. — Aus Schlesien: Die jüdischen Handwerksgesellen in Preußen. — Aus Unterfranken: Das Rabbinat Burgpreppach. — London: Fremde Juden. Das Prinzip der Glaubens - Freiheit im Judenthum. *) Die Zeiten sind vorüber, wo das Band der innigsten Glaubens-Einheit das ganze Israel umschlang, wo Alles in der Lehre, wie sie von Gott gegründet und von den Weisen geordnet und ausgebildet worden war, die alleinige Quelle seines Heils, seiner Erkenntniß und seines Thuns ansah. — Zerspalten und zerklüftet ist die heutige Judenheit nach verschiedenen Grundansichten, nach verschiedenen Wegen und Richtungen des Glaubens; hier die streng-rationelle Ansicht, welche Nichts angetastet, keine einzige Faser von dem Körper des Uebcr- *) Unsere Leser werden im Laufe dieses Artikels bemerken, daß derselbe zu einer Zeit verfaßt worden, wo der von Berlin angeregte Zusammentritt einer Synode in naher Aussicht zu stehen schien. Letzteres ist nun nicht mehr der Fall; demungeachtet dürften die Bemerkungen des Verfassers auch jetzt noch von Interesse sein. Die Red. kommenen gelöst haben will, dort ihr Gegensatz, der auf eine umfassende Reform dringt, der die Lehre nur nach ihrem Geiste aufgefaßt und bei dieser Auffassung dem Bewußtsein der Gegenwart, der ganzen Höhe des Denkens, Fuhlens und Strebens zu welcher sie sich erhoben, sein volles Recht eingeräumt haben will; zwischen beiden die vermittelnden Richtungen, die eine, welche ssiröde und zaghaft zwar in der Consequenz und praktischen Ausführung, doch dem Prinzip nach das Ueberkommene nicht in seiner ganzen Strenge bestehen, sondern von der Glaubensgemeinde, von dem Volks bewußtsein verändert, absorbirt haben will, und die andere, das traditionell Ueberkommene in seiner fortwährenden Berechtigung gar. nicht anerkennend und nur in dem von der Schrift ausdrücklich Angegebenen und dem Bewußtsein vieler noch Heiligen ihre Schranke setzend. Sollen wir über diese Getheiltheit, über diesen Verlust unserer ehemaligen Einheit klagen? Gewiß nicht! Dieses Auseinandergehcn des