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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-09-28 · Heft 39 (28.9.1845) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 39 (28.9.1845)
Date
1845-09-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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320;ur Gcnugthuung als zur Ermuuterung, auf dem mit Gott betretenen Wege muthvoll zu beharren. Denn allerdings thut es noth, daß bei rem schmerzlichen Mißtrauen, welches viele unserer Glaubensbrüder gegen das junge Institut der Rabbiner-Versammlung hegen und zu verbreiten suchen, alle bessergesinnten Israeliten zu uns herantreten, damit es klar werde, wir stehen mit unseren auf die Erhebung und Befestigung unserer heiligen Religion gerichteten Bestrebungen nicht allein, sondern wir besitzen einen immer mehr sich erweiternden Boden in den jüdischen Gemeinden Deutschlands, eine immer stärker werdende Wurzel in den Herzen zahlreicher mit uns strebender Israeliten.— Nehmen Sie daher unseren innigsten Dank für das uns bezeigte warme Interesse an unserem Werke. Möchte es uns gelingen, das Zutrauen unserer theuern Brüder mehr und mehr durch unsere Arbeiten zu rechtfertigen und sie immer inniger zu überzeugen, daß wir mit völliger Hingebung und Daransetzung all unserer Kraft der hohen Aufgabe nachzukommen bestrebt sind, welche wir im Namen Gottes uns gestellt. In Betreff unserer dießjährigen Leistungen erlauben wir uns, Sie auf die nächstens zu veröffentlichenden Protocolle unv Aktenstücke der zweiten Versammlung hinzuweisen mit dem Wunsche, Gott möge Sie unterstütze«, Das ins Leben cinzuführen, was die Rabbiner- Versammlung als heilsam und förderlich den Gemeinden anempfiehlt." Unter:. Stein, Präses. Frankels Örtcf an die Rabbiner-Versammlung. Mainz, 22. Juli. Es kommt mir so eben Nr. 200 des Frankfurter Journals zu Händen, in welcher die dermalige Rabbiner-Versammlung zu Frankfurt a. M. auf meinen Protest erklärt, daß erstens nach meiner in der „Allgem. Zeitung d. Iudenth." abgegebenen Erklärung, daß, so eine Anzahl von Rabbinern die gemäßigte Richtung vertritt, ich bei der Versammlung erscheinen werde, sie um so weniger von mir verlassen werden durfte, als 13 Mitglieder sich für die objektive Nothwendigkeit der Beibehaltung des hebräischen Elements im Gebete erklärte, unv ich also nicht allein stand; zweitens war eine solche Nothwendigkeit nicht zu urgire», da ich selbst dafür gestimmt, daß eine gesetzliche sich nicht vorsinde. Ich habe hierauf nur kurz zu entgegnen: daß wohl ein großer Unterschied sei, zwischen dem Erscheinen bei einer Versammlung und zwischen einem Verbleiben und Anerkennen ihres Prinzips. Ich erschien, weil ich, wie es in dem Protest ausgesprochen ist, gern beitragen wollte, daß das junge Institut der Rabbiner-Versammlung zu einem vermittelnden werde und sich zu keinem Ertreme Hinneige. Zu einer solchen Hoffnung berechtigte die Zusicherung, daß eine Anzahl der Erscheinenden die Gesinnung theile und man also dem Gedanken Raum geben könne, daß in der Diskussion auch Andere werden dafür gewonnen werden. Aber diese Hoffnung zeigte sich als eine vergebliche, da die Majorität in ihrer Abstimmung nach meiner Ansicht von einem zerstörenden Prinzip ausging, und da in jeder Versammlung die Majorität maßgebend ist, so konnte ich, als dieses von mir nie anzuerkennend r Prinzip sich als Norm hinstellte, nicht länger verbleiben. — Zwischen der gesetzlichen und objectiven Nothwendigkeit wurde hinlänglich geschieden, daß, wenn auch erstere sich nicht finde, es doch genügende, aus dem religiösen Element hervorgehende Momente für theilweise Beibehaltung der hebräischen Gebete (da, wie früher erwähnt, man mit der theilweisen Aufnahme deutscher Gebete sich allgemein einverstanden erklärt hatte und es sich hier nur um gänzliche Verdrängung des hebräischen Elements handelte), geben könne, und wurde auch angeführt, daß das Gesetz hierüber nicht zu sprechen brauchte > da es den Alten nie beikommen konnte, daß man je zu einer Zeit das Hebräische aus dem Gebete werde verbannen wollen unv die alte, ehrwürdige, durch so viele Momente heilige Sprache ganz hinausstoßen werde. Da nun die Majorität der Rabbiner - Versammlung dieses als die Aufgabe der Rabbiner erklärte, was durch Jahrtausende ein heiliges, unveräußerliches Gut geworden, nicht anerkannte und die Vergangenheit als nicht dagewesen erscheint; so glaube ich mit vollem Recht hier nochmals wiederholen zu dürfen, vaß sie sich nicht mehr auf historischem Standpunkt befinde, und sie den Boden der geschichtlichen Entwickelung ganz verlassen. Der Ausspruch einer Versammlung muß genau erwogen sein, und wurde den Tag vorher einstimmig erklärt, daß man auf positiv-historischem Standpunkte verbleiben wolle, so mußte man sich diesen Standpunkt klar machen und ihm gemäß verhandeln. Ich kann daher von meiner Behauptung, die ich in gerechtem Vertrauen auf meine Sache der Oeffentlichkeit (O. P. A. Z. No. 198) vorgebracht, nicht abgehen, und werde ich noch an einem andern Orte Nachweisen, wie in der obigen Erklärung der Rabbiner-Versammlung Manches nicht ganz richtig sei und wie überhaupt gegen ein anderes angeregtes Prinzip, das der Wissenschaftlichkeit, schon in der Hinsicht gefehlt wurde, daß mau sogleich nach Verlesung des Commissionsberichts, ohne diesen Bericht den Mitgliedern zur Forschung und Prüfung zu überge ben, zur Diskussion und Abstimmung überging — ein Verfahren^ das, so viel mir bekannt, weder in Kammern, noch sonst bei. wichtigen Verhandlungen je stattfindet, (gez.) Oberrabbiner vr. Z. Frankel. Zur gef. Notiznahm e. Die Herren vr. H. in M—a; vr. H.— B—l. in Berl.; H—e in W—g; Dr. A—r. in K—n. bitte ich um Fortsetzung ihrer Beiträge. Hingegen kann ich die mit B. Unterzeichnete Corresponden; des Herrn B. über den Rabbiner W—r. in D—z. nicht aufnehmen, da kein Name unterzeichnet ist. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung iu Frankfurt a. M. — Druck von Frier. Krähe in Offenbach.

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