Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 31 (3.8.1845)
- Date
- 1845-08-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntmft und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von »r. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5^ 15Eoder3^. Anzeigen fürdiegespalteneZeileö^L Nr. 31, Sonntag den 3. August 1845. VI. Jahrgang. Ueberblick. Kaupt-Artikel: Die Rabbiner.Versammlung ln Frankfurt a. M. — Geschichte des Tages: Berlin: Der Reliionslehrer Lehman. — AuS Oberschlesien: Stimme eines Oberschleffschen Juden. — Mannheim: Religiöser Fortschritt. — Frankfurt a. M.r Der Austritt Frankels und Schotts aus der Rabbiner-Versammlung. — Berichtigungen. Die Rabbiner-Versammlung in Frankfurt a. M. Dritter Bericht. Wir setzen unsere Mittheilungen über die Debatte: den Gebrauch der hebräischen und der Landessprache beim Gottesdienste betreffend, fort: Formstecher: Auch er wünsche, daß die Versammlung ein bestimmtes Prinzip aussprechc. Gewiß diene uns Allen die heilige Schrift als Norm; allein in unseren Schranken befinden sich noch andere Bücher. Nach welchen sollen wir uns nun richten? Unsere Religion, wie sie in der heiligen Schrift sich manifestire, enthalte gar keine Gebet-Formeln; anders sei dieses schon im Talmud; anders in der Kabbala. Geiger: Er wolle bei der gegenwärtigen Frage stehen bleiben. Prinzipien könnten bei späteren noch zur Sprache kommen. Jetzt handle es sich um das sehr praktische Bedürfniß des Gottesdienstes. Für objektiv nothwendig könnte man nur die hebräische Sprache beim Gottesdienste ansehen, wenn durch Anwendung der deutschen ein Gebot, oder ein Gedanke des Judenthums letzt würde. Salomon: Er müsse sich zur Begründung dessen^ was Geiger bereits angeführt, auf die bekannten talmudischen Stellen bo2 yrw und ptc6 baa Tösn'.berufcn, sowie auf eine Stelle im n^ron tbd, wo der fromme Verfasser den Gebrauch der Landessprache sogar an-" empfehle, ingleichem auf eine Aeußerung in rfbw, wo berichtet wird, daß diejenigen, welche die Klaglieder Jeremias in deutscher Sprache gesprochen, weit mehW> Andacht dabei empfunden hätten. Holdheim: So lange Nationales und Religiöses im Judenthmn gemischt gewesen, so lange dieses eben so ein Theokratisches als Religiöses war, war auch