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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-07-27 · Heft 30 (27.7.1845) · page 12

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 30 (27.7.1845)
Date
1845-07-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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«46 ewige Entfremdung, welche gerade diese Speiseverbote Ln ihrem Gefolge haben, wie kann eine gesellige Annäherung stattfinden, wenn das Mahl eine getheiltes bleiben muß! Seitdem wir aber dem Vaterlande für die Erde unsere ungetheilte Liebe schenken, keinen träumerischen Hoffnungen für die Wiedererlangung eines jüdischen Staats nachhängen, ist auch das Bedürfniß einer vollständigen Anschließung an unsre Staatsgenossen, ohne Unterschied des Glaubens, ein so dringendes geworden, daß eine Störung der geselligen Verhältnisse verewigen, geradezu den Glauben untergraben, ihm seine Würde und Weihe rauben heißt. Wie sollte auch uns das volle Vertrauen geschenkt werden, wenn dem Nichtjuden unser Fernbleiben von seiner Tafel als eine Geringschätzung , als eine Unreinerklärung erscheinen muß? Mögen wir immerhin diesen Vorwurf mit Entschiedenheit zurückweisen und die Versicherung geben, diese Verbote beruhten in ganz andern Vorstellungen, der schlichte Sinn wird sie niemals anders auffassen, und die wohlthätigen Früchte eines immer allgemeiner werdenden und herrlich sich bethätigenden Gemeinsinnes und der Bruderliebe werden für uns verscherzt. Auch hier wollen wir keine bestimmten Anträge machen, es ist aber unsre Pflicht, Ihnen aus dem Leben heraus nachzuweisen, in welch argen Conflikr diese Gesetze den Juden der Gegenwart mit allen seinen Bestrebungen verwickeln. | Es kann Ihnen, hochwürdige Herren, nur erwünscht i sein, einmal solche Stimmen aus dem Volke zu hören,! welche sonst nicht laut werden, da sie nicht vom Fanatismus getrieben werden, Stimmen von Männern, welche mit treuer Anhänglichkeit am Iudenthum ernste Wünsche für die Umgestaltung von dessen Formen verbinden- Wünsche, die sie lange in ihrem Herzen verschlossen hielten, weil sie zu ihrem Bedauern deren Beachtung nicht erwarten durften, die sie aber jetzt, nachdem die Zeit einen mächtigen Umschwung genommen, Ihnen, die Sie mit würdigem Ernste der hohen Ausgabe einer wahrhaften Regeneration des Iudenthums sich unterziehen wollen, offen und vertrauungsvoll auszusprechen sich gedrungen fühlen. Wir würden es als eine Gleichgültigkeit an der heiligen Sache, als eine Feigheit betrachten, offenkundige Thatsachen zu verhüllen; wir sind aber auch weit entfernt, unsre Aussprüche als maßgebend hinzustellen. Prüfen und erwägen Sie nach Ihrer Einsicht und mit Ihrem Eifer; Ihrer Kenntniß und Ihrem Muthe vertrauen wir, von Ihrer Hingebung für die heilige Sache dürfen wir erfreuliche Resultate erwarten. Uns aber bleibe Pas Bewußtsein, nicht unthätig bei den großen Erscheinungen der Zeit, bei heilverkündenden Unternehmungen geblieben zu sein. Seien Sie auch unsrer freudigen Unterstützung, soweit unsre Kräfte reichen, sicher, sowie der Hochachtung. mit welcher wir verhaken (Folgen 168 Unterschriften.) Literarische Anzeigen. Im Verlag der Ioh. Christ. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. ist erschienen:!£• 1?., a grammar of the german language. 2 edit. gr. 8. 1845. broschirt. ^2 — 24 cx/i oder «f 1 — 12 ggr. Kunstsymbolik, Christliche, und Ikonographie. Ein Versuch, die Deutung und ein besseres Verständniß der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern, gr. 8. 1839. «f 1 — 16 ggr. ob. ji 3. Pauli, »r. F. W., prakt. Arzte zu Frankfurt a. M. Homburg und seine Heilquellen. Mit 2 Stahlstichen und einer Karte von Homburgs Umgegend. Zweite Auflage. 8.. 1844. In Umschlag broschirt. 16 ggr. od. f \ — 12 oük Formstecher, l>r. S., die Religion des Geistes, eine wissenschaftliche Darstellung des Iudenthums nach seinem Charakter, Entwicklungsgänge und Berufe in der Menschheit, gr. 8. 1841. broschirt. (29 Bogen), «f 1 — 18 ggr. ob. f 3 — 12 im Verlag der 3- C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

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