Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-07-20 · Heft 29 (20.7.1845) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 29 (20.7.1845)
Date
1845-07-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2566751-2566964-2566993--1534-2569321
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

»s« 21) Dr. Frankel, Ober-Rabbiner Ln Dresden. 22) Wagner, Klaus-Rabbiner in Mannheim. 23) Einhorn, Landes - Rabbiner in Hoppstedten. 24) Gosen, Provinziat-Rabbiner in Marburg. 25) Dr. Stein, Rabbiner in Frankfurt a. M. 26) Treuenfels, Rabbiner in Weilburg. 27) Dr. Auerbach, Prediger in Frankfurt a. M. 28) Reiß, Rabbiner in Breisach. 29) Dr. Jost, Prediger in Frankfurt a. M. 30) Güldenstein, Rabbiner in Buchau. 31) Dr. Loewengart, Rabbiner in Lehrensteinfels. Rabbiner Stein, als Präses des von der vorigen Versammlung gewählten Ausschusses eröffnete die Verhandlungen mit einer angemessenen Rede, in welcher er der Sympathieen, welche sich schon für die erste Rabbiner-Versammlung kund gaben, wie der Verketzerungen und Schmähungen, welche sie erfuhr, gedachte und die Hoffnung aussprach, daß es der zweiten Rabbiner- Versammlung gelingen werde, durch ein versöhnendes und vermittelndes Wirken auch die Besorgnisse der Gegner zu zerstreuen. Hieran knüpfte er den Dank des Ausschusses für das ihm geschenkte Vertrauen; und bewillkommte Namens der Gemeinde die Versammlung, indem er auf das in der Genehmigung zur Abhaltung der Rabbiner-Versammlung in Frankfurt a. M. sich aussprechende Interesse der Staatsbehörde für die Sache des Fortschrittes hinwies. Der Redner schloß mit dein Wunsche, daß die Versammlung, wenn auch nicht eines Sinnes, da Niemand seine Gesinnung gefgngen geben dürfe, doch eines Herzens sein und die Wahrheit und den Frieden fördern möge. Ein anderes Mitglied des Ausschusses, der Rabbiner Dr. Formstecher, bestieg nun die Tribüne und verlas einen Bericht über die bisherige Tbätigkeit des Ausschusses; er schilderte in demselben besonvers das Interesse für die hohen Zwecke der Versammlung, welches sich in den reichen Spenden sowohl, welche dem Comite zur Bildung einer Kasse für dieselbe zuflossen, als in der allgemeinen Theitnahme, wie insonders in den Adressen, welche von verschiedenen Gemeinden, worunter selbst solche, deren Rabbincn zu den 77 gehörten, eingegangen, ausgesprochen. Diese Gemeinden waren: Mainz, Darmstadt, Frankenrbal, Alzey, Edinkoben, Alsfeld u. A. Außerdem gedachte noch der Berichterstatter mit freudiger Anerkennung der Deputation, welche die Genossenschaft für Reform des Iudenthums in Berlin gesendet. Man schritt nun zur Wahl der Beamten für die Versammlung. Da erhob sich der Kirchenrath und Rabbiner Maier aus Stuttgart, Präsident der ersten Rabbiner-Versammlung, und erklärte, daß er aus Gesundheitsrücksichten die Wahl eines Präsidenten, falls sie wieder auf ihn fiele, nicht werde annehmen können. Es wurden nun gewählt Zum Präsidenten Der Rabbiner Stein in Frankfurt a. M. mit 19 Stimmen; Zum Vice-Präsidenten Dr. Geiger, mit 16 Stimmen; Zu Secretären Dr. Jost mit 17 und Dr. Hirsch mit 13 Stimmen; zu deren Stellvertreter Die Prediger A. Adler und Dr. Auerbach. Der gewählte Präsident dankte der Versammlung für das ihm geschenkte Zutrauen, gedachte mit Anerkennung der Thätigkeit des Ausschusses, und sprach den Wunsch aus, daß eine liebevolle und freundliche Begegnung in den Debatten vorwalten möchte: Auf die Frage, ob zur Redaction der Protocolle eine besondere Commission ernannt, oder dieselbe den sämmtlichen Mitgliedern des Vorstandes übertragen werden sollte, entschied sich die Mehrheit der Versammlung für das Letztere. Es wurden nun noch überreicht: Von Kirchenrath Maier Adressen von den Gemeinden Grünftadt und Mosbach in der Pfalz; vom Rabbiner Wagner eine Adresse des Vereins zur Verbesserung jüdischer Zustände in Mannheim, und von Dr. Geiger eine an ihn gerichtete Zuschrift des Obervorsteher - Collegiums in Breslau, in welcher den Bestrebungen der Rabbiner-Versammlung Beifall gezollt und dieselbe auf nächstes Jahr nach Breslau eingeladen wird. Einen äußerst erhebenden Akt bildete die Einführung der Deputation, welche die Genossenschaft zur Reform im Iudenthum in Berlin an die Versammlung geschickt. Dieselbe bestand aus den Herren Doctoren Stern und Rebenstein in Berlin, beide durch ihre wissenschaftliche Thätigkeit, wie durch den Antheil, welchen sie an der Refornr-Bewegung in Berlin genommen, rühmlichst bekannt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.