Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 27 (6.7.1845)
- Date
- 1845-07-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kerrntniß imd Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Br. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3/ 15^oder3^. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 om Nr. 27. Sonntag den 6. Juli 1845. TI. Jahrgang. U e t> e r b l i d. Haupt - Artikel: Drittes Rundschreiben der jüdischen Reformfreunve zu Frankfurt a. M. — Geschichte des Tages: Aus Preußen: Entgegnung. — Frankfurt a. M.: Wahlkamps. — Bonn: Zustände in Köln. — Bon der Elbe: Die Beerdigung der jüdischen Reichen in Altona. — Giesen: Reform-Bewegung. — Miscellen Drittes Rundschreiben der jüdischen Reformfreunde zu Frankfurt a. M. Seit unserer letzten Mittheilung vom December 1843 über unsere Bestrebungen für die Reform des Iudenthums hat sich das Interesse des Kampfes erhöht und sein Gebiet erweitert. Die lebenskräftige Debatte, die energische Verfechtung hoher Principien ist an die Stelle des trägen Stillstandes getreten. Schon sehen wir Männer, die vordem der Entwickelung des Iudenthums und seinem theilweisen Verfalle gleichgültig Zusätzen, selbstthätig in die Reihen eintretcn und an einer Verbesserung Mitarbeiten. Ja es ist Hoffnung vorhanden, daß die vielen geistigen Kräfte, die unsre Glaubensgenoffenschaft unläugbar besitzt, sich bald der Belebung unseres jüdisch-religiösen Bewußtseins zuwenden werden. Fester als bisher beginnt in Deutschlands Israeliten der Glaube zu wurzeln, daß dem Iudenthum in den Entwickelungskämpfen des Geistes eine schöne Zukunft blühe. Ein Ereigniß, welches im verflossenen Jahre (1844) das wichtigste war, und dessen Fortwirkung ein bedeutendes Moment abgibt, ist die Zusammenkunft deutscher Rabbinen in Braunschweig. Unter ihnen befanden sich Männer, die schon längst in Wort und Schrift das Princip einer entschiedenen Reform vertraten. Zwar erscheinen die Resultate jener ersten Versammlung geringfügig in Bezug auf die nächste praktische Anwendbarkeit. Wir und die uns gleich Gesinnten wünschen Lehre und Leben in wohlthuenden Einklang gesetzt zu sehen, und dieses konnte freilich nicht das Ergebniß kaum zweiwöchentlicher Berathungen sein, wenn jenen Männern auch Befugnisse beigewohnt hätten, die sie selbst nicht in Anspruch nahmen. Aber gleichwohl war die Wirkung jener Versammlung groß, insofern Fragen zur Sprache kamen, deren Erledigung die Zeit, die