Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 26 (29.6.1845)
- Date
- 1845-06-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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SOS Zwölfter Antrag. Es giebt gar manche, an und für sich unbedeutend scheinende, doch nichts weniger schädliche Mißbräuche, als: der Gebrauch der nnEO an das DipSo — Schlagen in der Synagoge, das — Geben an n% die Namensvcränderung bei Kranken, das Schreiben von Amuletten bei Wöchnerinnen Auf die Abstellung von Dergleichen möge man vereint bedacht sein. Dreizehnter Antrag. Die Rabbiner - Versammlung möge sich über die Zulässigkeit der Section israelitischer Leichen gutachtlich aussprechen. Vierzehnter Antrag. Ein jüdischer Arzt schildert die Art und Weise, wie bei den Israeliten mit Sterbenden und Verstorbenen umgegangen wird, lobt die Humanität, welche die betr. Gebräuche in's Dasein gerufen. tadelt aber vas Mißbräuchliche, was sich mit der Zeit eingeschlichen und ganz besonders, daß so oft die Ruhe der Sterbestunde auf ungeeignete Weise gestört wird, und stellt deßhalb den Antrag: auf Regulirung des gegenwärtigen religiösen Verfahrens bei sterbenden und verstorbenen Israeliten. Fünfzehnter Antrag. Die Rabbiner-Versammlung möge eine Commission niedersezzcn, welche prüfen un* der nächstfolgenden Rabbiner-Versammlung darüber Beriet erstatten solle: 1) Ob bie Priestergaben r6n und nona für uns noch Bedeutung und Verbindlichkeit haben, oder gleich wn nw> '’D n"') rD’pi D^rf? yni (Vd tyo n"d '’d und HPO» üpb (l'hv '’D l"') abgeschafft werden kann. 2) wie pH flHS Zeit- und sachgemäß einzurichten sei. Frankfurt a. M., den 8. Juni 1845. Der Ausschuß für die zweite Rabbiner - Versammlung. Miseellen. Die Würtembergische Kammer hat bei der Regierung beantragt, das Gesetz vom 25. April 1828 in Betreff der öffentlichen Verhälthältniffe der israelit. Glaubensgenossen im Sinne einer vollständigen Emanzipation einer Revision zu unterwerfen. Die Zeitungen rühmen, daß jetzt in Posen, wo bis daher auch nicht der gebildetste Jude Zutritt in eine christliche Gesellschaft hatte, der jüdische Kaufmann Moritz Mannroth zum Stadtverordneten gewählt worden. Viel Gutes wird uns über den Land-Rabbiner des Fürstenthums Birkenfeld, vr. Einhorn, gemeldet. Der von ihm eingerichtete Gottesdienst soll äußerst würdig sein und eben so verdient hat er sich um Hebung des Schulwesens gemacht. Auch hat er am letzten Passah die N'^vp ’j’D erlaubt. Bekanntmachung. Das Unterzeichnete Comite beehrt sich, den Herren Rabbinern, welche die hiesige Rabbiner-Versammlung besuchen werden, die Anzeige zu machen, daß ihnen bei ihrer* Ankunft dahier, bei Herrn Meyer Hecht, Allerheiligengasse Lit. B. Nr. X., die für sie bestimmte Wohnungen bezeichnet werden. Frankfurt a. M. im Juni 1845. Das zurAnordnungder dahier abzuhaltenven Rabbiner-Versammlung niedergesetzte Comitv. Moses B. Goldschmidt. E. Ullmann. Präses. Secretär. Dev Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Die in unsernr Verlage erscheinende Wochenschrift: „Der Israelit deS neunzehnten Jahrhunderts^^ wird in dem am 1. künftigen Monats beginnenden zweiten Semester dieses Jahrgangs fortfahren, mit gleicher Entschiedenheit und gleichem Freimuthe wie bisher die Reform im Iudenthunl zu besmMen und zy vertreten. Hierzu wird die im Laufe künftigen Monats dahier abzuhaltende zweite deutsche Ra ob in er-Versammlung jedenfalls in sofern Veranlassung geben, als wir uns in den Stand gesetz? sehen und angelegen sein lassen werden, möglichst vollständige Berichte über deren Verhandlungen am frühzeitigsten zu bringen, weßhalb das Blatt für alle, welchen die gegenwärtige Bewegung im Iudenthume nicht gleichgültig ist, von um so größern Interesse sein dürfte.. I. C. Herrmaunsche Buchhandlung. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.