Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 23 (8.6.1845)
- Date
- 1845-06-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzenZahrgang 5^15 ^Loder 3 °<f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 Nr. 33. Sonntag den 8. Juni 184S. VI. Jahrgang. U e b e r b l i ck. Haupt - Artikel: Bo eiche Stellung soll die z w e l t e R a v o ».1 e r - B e r, a m mltt I, g Geschichtc des Tagcs: Berlin: Die Reformbewegung. — Frankfurt a. M.: Reformen im Zudenthume. (Schluß.) — Mannhetin: Die indische Reform. - Adler's Sendschreiben. — 6) Miscellen. — Welche Stellung soll die zweite Rabbiner- Versammlung einnehmen? Als wir voriges Jahr hinan nach Braunschweig zogen, um über die theuersten Interessen unserer Glaubensgemeinde zu berathen, da klopfte Allen, die es mit dem religiösen Fortschritt aufrichtig meinen, das Herz. Die Anzeichen waren zwar nicht geeignet, uns Muth und Vertrauen einzussößen. Der Mann, welcher die Idee zu jener Versammlung gegeben, oder vielmehr die ihm gegebene schlau als die seinige herzugeben wußte, war durch seine Gesinnungslosigkeit und zügellose Arroganz hinlänglich bekannt. Unter den Namen der Angemeldeten fanden sich welche, die durch ihre Reaction gegen den Fortschritt, ja durch ihre förmliche Verhöhnung aller hierauf gerichteten Bestrebungen auch in der Rabbiner-Versammlung eine starke Opposition befürchten ließen, und ob Viele der übrigen den Mnth haben würden, entschieden die Sache der Reform zu vertreten, war auch sehr ungewiß. So fürchtete man mehr, als man hoffte, und ging mehr in der Absicht nach Braunschweig, um eine Abwehr gegen etwaige hierarchische, den Fortschritt und die Gewissensfreiheit gefährdende, Maßnahmen *) als eine Reform auch nur im gemäßigten Sinne zu Stande zu bringen. Allein kaum angekommen, hörte man schon, daß diejenigen, welche man fürchtete, gar nicht kommen würden, und die Eingefundenen sahen gar bald, daß sie, Wenige auSgenomrnen, in der Sache des religiösen Fortschrittes sich als Gleichgesinnte betrachten und vereint in diesem Sinne handeln könnten. Dieses that sich auch bald in der Wahl des Präsidenten und in den constituirenden Berathungen kund, und bewährte sich noch mehr im Laufe der *) Diese fürchtete wahrscheinlich auch Geiger und ist auch daraus die Fassung seines Sendschreibens an die Rabbiner-Versammlung zu erklären.