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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-06-01 · Heft 22 (1.6.1845) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 22 (1.6.1845)
Date
1845-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die KermtniH und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Großherzogl. Weimar'schem Lanv-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5ibüül oder3 Anzeigen für die geiralrene Zeile b d 9dr. SS. Sonntag den 1. Juni I8VL VI. Jahrgang. Neberblick. Kaupt-Artibkl: Die neuesten B e w e g ll n g e nim I u d e n t b II m. — Geschichte des Tages: Berlin: Die Reformbewegung. — Frankfurt a. M.: Reformen im Zudenthum. — Bon der unteren Mosel: Das Mannest rer 77. — Die neuesten Bewegungen im Judenthum. (Von der unteren Weser.) Wenn ich Ihnen so lange nicht geschrieben, mein weither Herr Redakteur! so war es weniger Mangel an Stoff oder an Lust zum Schreiben, was mich abhielt — der Stoff bietet sich dem aufmerksamen Beobachter der Zeiterscheinungen in kaum zu bewältigender Masse, und was die Lust betrifft, so ist sie bei mir auch noch nicht erloschen, trotz, vielleicht auch Dank meiner Entfernung vom Kampfplatze und von der unmittelbaren Betheiligung, die mir das Kleinliche, Separate, Persönlich-Gehässige des Kampfes mehr entrückt und verdeckt, und nur die einzelnen, freilich auch oft gar mißtönigen und verletzenden Angriffe der Gegner und Partheien in den Tagesblättern zu Ohren bringt. Also nicht Stoff und Lust, aber wohl die innere Sammlung, das bestimmte nach beiden Seiten hin genau abwägende Urtheil feblte meiner Schreibmnse und da schweige ich lieber und ziehe es vor, dem Gange der Dinge zu lauschen, bis ich ibm irgend eine klare, spruchreife Seite abgelauscht und mich damit ins Reine gesetzt habe. Das hält nun zwar, wie die Sachen ietzr stehen, ziemlich schwer, denn wenn nicht alle Indicien täuschen, so stehen wir. kaum noch am Ende vom An fange einer drangvollen Entwickelung des ganzen re!: giösen Drama's. Was sich bei uns an Gegensätzen und scharfen ertremen Richtungen mebr und mehr hervor arbeitet und zur Geltung hervordrängt, es in nur ein Rester oder doch ein kleiner Tbeil dessen, was ietzr ganz Deutschland durchwüblt, was die ganze Zukunir der kirchlichen und theologischen Prinzipien in Frage stellt. Wer möchte sich da vermessen, dieser Entwickelung sogleich das Horoscop zu stellen oder, ibr gar in die Zu gel zu fallen und sie mit schwachen Händen leiien zu wollen? — Dazu gesellt sich bei unseren iüdisckcn Re sorm-Slreirfragen noch ein anderer, das Uribcrl er'ebne

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