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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-05-11 · Heft 19 (11.5.1845) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 19 (11.5.1845)
Date
1845-05-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ISS ten und auszubilven. Es entstehen daher in tiefem Lande Schulen, gelehrte Institute, wohlthätige Anstalten, alle für jüdische Zwecke, dis zu einer überraschenden Anzahl. Es giebt deren jetzt nicht weniger in London als 40. Die jüdische Frcischulc zählt an 1000 Schüler und Schülerinnen. Man findet hier-IWalten für die Aufbewahrung und Erziehung kleiner Kinder, Anstalten für Blinde, für alte Leute, kurz, was die Stadt in dieser Beziehung im Großen hat, hat die jüdische Commune ün Kleinem Zch will in dieser Hinficht nur noch erwähnen, daß in diesem .Winter so eine Art gelehrtes College unter dem Nanittfr^^erv.-?? 4nd general literary and scientific institution, “■ errichtet worden ist. Eö werden darin Vorlesungen über alle mögliche Gegenstände des Wissens und der Kunst gehalten, und scheint für die Heranbildung Einzelner, wie auch der größeren Massen bestimmt zu sein. — Daß die portugiesische Gemeinde der deutschen in religiöser und intellektueller Bildung bei weitem überlegen ist, und crstere bereits schon seit mehreren Zähren ansehnliche Reformen in Cultus und Ccrcmouiell vorgenommen hat, ist Ihnen bekannt, und soll daher hier weiter unberührt bleiben. Der Umstand, das die portugiesischen Zuven eine religiöse Commune für sich bilden, und daher auch Synagogen, Schulen, Hospitäler, u.s.w. separirt von ihren deutschen Brüdern haben, erklärt uns die obengenannte große Anzahl der öffentlichen Anstalten der Londoner Juden. Ehe ich Ihnen meine Mittheilungen über die jüdischen Angelegenheiten Englands schließe, muß ich Ihnen noch einer vor Kurzem entstandenen Anstalt Erwähnung thun, welche den Begründern derselben große Ehre macht. Die Missionaire nämlich benutzen nicht selten jede Gelegenheit, sich armer jüdischer Kinder anzunchmen, für das physische Wohl derselben Sorge zu tragen, aber auch zugleich ihr Gemüth für Die Empfänglichkeit eines Glaubens vorzubereiten, der mit dem Zuventhume in einem nicht geringen Widerspruche steht. In Folge dieser Erfahrung hat sich eine Gesellschaft gebildet, die es sich zur Aufgabe gemacht, arme kleine Kinder vor einer Abwendung vom Zudenthume von Seiten der Missionaire zu schützen. Erklärung. Herr Dr. P hilippson in Magdeburg hat in seiner allg. Zeitung d. Iudemh. auf einige Beurtheilungen, die seine Erüik der ersten Rabbiner-Versammlung erfahren — nicht geantwortet, sondern pöbelhaft geschimpft. Es giebt nun freilich Wenige, die um das Klaffen des ungefährlichen Redakteurs der allg. Zeitung des Indentbums sich kümmern, das eben so wenig schadet, als das freundliche Grinsen desselben nützt. Doch har man von einigen Seiten die Befürchtung aussprcchen hören, es könnten solche Zerwürfnisse und persönliche Streitigkeiten, wie sie unter den Mitgliedern der Rabbiner-Versammlung, angeregt durch den „Herold" dieser Versammlung, cinrissen, dem erst entstandenen Institute selbst schaden. Zur Beruhigung solcher Furchtsamen diene folgende Erklärung: Herr Philippson erwartete vor der Zusammenkunft der Rabbiner, in dieser eine Stellung einzunebmen, die seiner ungemesscnen Arroganz einige Befriedigung gewähren,-würde. In dieser Erwartung sab er sich getäuscht. Sein hohles Wesen, seine Grundsatzlosigkeit, seine Ünbekanntschaft mit „Talmud, Turim und Poskim," stmit denen er seil einiger Zeit mit unbegreiflicher Unverschämtheit um sich wirft,) ward von den versammelten Rabbinen in den ersten Stunden durchschaut. Daher der schlecht verhohlene IngrimmPbilippsons schon während der Verhandlungen von Tag zu Tag stieg, und'sich bald genug in seinem'Blatte öffentlich Luft machte. Man würdigte Herrn Philipp so n einer Beunheilung seiner Cririk der Verhandlungen der Rab.-Vers.: Maier in seiner Schrift: „Die erste Rabbiner-Versammlung und ihre Gegner"; Satomon in „Die Rabbiner-Versammlung und ibre Tendenz" w. Wie nimmt Philippson diese Kritik auf? — Man lese die betreffenden Artikel in der allg. Zeitung d. Iudenth., und beklage den Mann, der zu solchen Mitteln greifen kann, in seinem gesunkenen Blatte in einer Sphäre Leser zu verschaffen, die auch mit Wohlgefallen den Ausbrüchen des Zorns von Fischweibern zuhört. Philippson — man höre — Philippson wirft den Ausdruck feindlicher Gesinnung, eigentlich: rücksichtsvoller Schonung von Salomon zurück! Philippson, der Pr. Philippson in Magdeburg entzieht -- Salomon seine Achtung!! — Wie ists aber mit der Furcht, daß solche betrübende Vorgänge die Rabbiner-Versammlung selbst compromlttt'ren könnte. — Eitle Furcht! Nur wer die Versammlung repräscntirte, könnte sie compromittiren. Philippson war eine in der'Mersammlung — er bleibt auch eine große Rull gegenüber der Versammlung; sein Tadel gleßiy unwerib, .wie sein Lob. — Wenn diese Zeilen indcß doch über seine Angriffe geschrieben wcrdLL^o geschieht dieß, um allen chrcnwerthen Mitglieder der ersten Rabbiner-Versammlung Gelegenheit zu geben, lniS0»ntntt zu dieser Erklärung die ehrenhafte Gesinnung zu bethätigen und auszusprechen, daß sie den „ LevialhaittWW^. Elbe", trotz seines Blattes, durch welches er allwöchentlich ganze Pfützen von Gemeinheiten aussenden kann, ^Der für, noch gegen die Rabbiner-Versammlung irgend von Werth und der Beachtung würdig hält. Hamburg im April ld45. »I. Frankfurter, Prediger am israelitischen Tempel. Verlag rer Z. C. Hermann'scheu Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offendach.

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