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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-04-27 · Heft 17 (27.4.1845) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 17 (27.4.1845)
Date
1845-04-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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136 In Offenbach a. M. hat sich unter den israelitischen Einwohnern ein Verein gebildet, der Beiträge sammelt für eine zu begründende Unterstützungskasse der deutschen Rabbiner-Versammlung. Möchte dieses Beispiel auch in andern jüdischen Gemeinden Nachahmung finden. Hr. Philippson (Allgcm. Zeit. d. I., Nr. 10, 1845,) deutet in einer besonder» Nota an, seine Erwiderung auf die Maiersche Brechüre sei an demselben Tage geschrieben, wo diese ihm zugekommen. ES ist immerhin gut, wenn man schon vorbereitet ist. Hr. Ph i li p p so n, welcher bisher jeder Zeit mit dem Winde gesteuert, steuert in feinem Blatte, a. a. O., nun Artikel gegen den Wind; hier ist Veranlassung zu sagen: das Blatt hat sich gewendet. Hr. Philippson läßt sich (Ebenvas.) gegen den Wind verschreiben. Anistropfen? Nein; vielmehr ein selbstcrfundenes Recept, jüdisch-jesuitische Missionen. Hr. Pbilippson hat nicht blos die Publicistik mit einem Blatte, die Poesie mit Harfenklängcn, die Homiletik mit Predigten, die Liturgie mit Gebeten, sondern nun auch die Pathologie um eine, Krankheit bereichert; sie kannten bisher nur die Wasserscheue, er macht sie mit der Winrscheue bekannt, welche an denselben Symptomen wie jene erkennbar ist. Der Gegen-deu-Wind-Briefftcllcr (Ebendas.) ist in so fern bescheiden, als er die Rolle des Balak dem Reform-Vereine, der Rabbiner-Versammlung die des Bileam zugetheilt, und selbst die allein noch übrig bleibende — des Esels übernommen hat; er hat es wirklich schon dahin gebracht, daß sein Geschrei die bekannten lieblichen Natur-Laute dieses Thiers aufs täuschendste nachahmt.! Ad voopra Wind sollten uns aus der Philip psonschen Zeitung nicht sowohl „Harfenklänge" als „Aeolsharfenklängc" entgegen tönen; eine diesen über Sprache und Poesie erhabenen, und deren Berücksichtigung überhobenen, muthmaßliche» Dithyramben angenressenere Bezeichnung. Nach einem unverbürgten Gerüchte soll ein Chasan in Siebenbürgen die Philippson scheu Harfcnklänge bekannten Weisen der Synagoge angepaßt haben, und sich damit unter Accompagnement von „Singer und Baß" zum großen Ergötzen seiner Gemeinde an den einschlagenden Sabbath- und Festtagen hören lassen. Die Deutsche Allgem. Zeitung berichtet: Zn Berlin hat sich jetzt, angeregt durch die vielbesuchten Vorlesungen des Dr. Stern eine Vereinigung gebildet, welche beabsichtigt, im Cultus der Synagoge und im Dogma (?) des Judenthums wesentliche Reformen durchzusetzen. Es soll bereits die Wahl eines Comite ftattgcfunden haben. Das erste Heft der hebräischen Monatsschrift „Zion", begonnen von Jost und Creizenach, und jetzt fortgesetzt von Dr. Goldenthal in Leipzig, ist uns von demselben zugesendct worden. Nach dem Inhalte dieses Heftes zu urtheilen, wird der Herausgeber sich bestreben, den religiösen Fortschritt unter den orthodoxen Juden , besonders denen Polens, Oestrcichs und Rußlands zu vcrrnittcln, und wir wünschen daher seinem Unternehmen Theilnahme und Unterstützung. Von M. Eckhaus „Leitfaden beim Unterrichte in der Geschichte der Israeliten" welchem bereits früher in diesen Blättern rühmliche Anerkennung geworden, ist jetzt bei Eßmann in Minden die zweite Auflage erschienen, die wir wegen der lehrreichen Notizen, mit welcher sie vermehrt worden, besonders israel. Lehrern empfehlen möchten. In Berlin ist jetzt unter dem Vorsitze des vr. Brüggemann, geheimen Rcgicrungs- und Vortragenden Rathes im Ministerium der geistlichen Angelegenheiten eine Commission versammelt, welche die nöthigen Bestimmungen wegen des kirchlichen Zustandes und der Verbesserung des Unterrichts der Juden vorbereiten soll. Mitglieder derselben sind: vr. Zunz, vr. Rubo und der Gemeindevor. steher Muhr. literarische Anzeige. Wohlfeilste israelitische Schulbücher. Durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes ist zu beziehen: ABTAIAOA 8. Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend, zur Weckung religiöser Gefühle. Von I. H. I a c o b s o n. Preis gebunden nur 6 Sgr., roh 4 Sgr. AIITAIAOA 11. Ein Lesebuch für die israelitische In. gend, zur Weckung und Hebung religiöser Gefühle. Von I. H. I a c o b s o n. Bor dem Druck geprüft und zum Gebrauch für die Jugend empfohlen vom Rabbinen Dav. Deutsch, Ober-Land-Rabbinen H i r s ch, vr. L u d w. Philippson und Vr. I. M. Jost. Preis gcbulwen nur 12'/-. Sgr., rob 10 Sgr. Berichtigung: In Nr. 14 ist irrthümlich der Buchstabe B. statt des —8. als i das Namenszeichen des Herausgebers angegeben, was hierdurch i berichtigt wird. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

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