Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 16 (20.4.1845)
- Date
- 1845-04-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis «nd Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Großherzogl. Wcimar'schem Lanv-Rabbiner: zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5 15 Ws ober 3 . Anzeigen für die gewaliene Ze :le 6 Jfe Nr. lö. Sonntag den SO. April 18-f5. Vf. Jabrgang. Ueberblick. Haupt-Artik-l: Die Sprachverhältnisse der heutigen Juden :c. von vr. Anton Röe, — Geschichte des Tages: Frankfurt a. M.: Die Schrift von Misses. (Jortsetz.) — Berlin: Stern's Vorlesungen; Auerbach. Sachs. — London: Der neue Oberrabbiner; die zwei Mischen Zeitschriften. — Eisenach: Herzfeld's Predigten über eie Mesfiaslebre. — Mannheim: Gegen-Erklärung. — Miscellen. — Die Sprachverhältnisse der heutigen Juden, im Interesse der Gegenwart und mit besonderer Rücksicht auf Volkser Ziehung, besprochen von vr. Anton Räe. Hamburg, Verlag von Hermann Gobert. 1844. *) in den Bestrebungen der Israeliten in der jüngsten Zeit eine bedeutende Veränderung vorgegangen, daß der Gegenstand ihres Wollens und Ringens ein anderer geworden, ersieht man am Deutlichsten, wenn man die Erscheinungen der jüdischen Literatur in's Auge faßt. Denn mehr als in jeder andern Beziehung kann man in Rücksicht auf die inncrn und äußern Verhältnisse der Israeliten die Literatur und Presse als das *) Obgleich wir diese Schrift schon angezeigt haben (S. Nr. 7 des Israeliten), so enthält die nachfolgende Besprechung von einem unserer tüchtigsten Gelehrten doch so viel Beberzigungswertbes, daß wir es «ns nicht versagen wollten, ihr eine Stelle im Israeliten einzuräumcn. getreue Abbild des Lebens ansehen, indem der beschrankte Kreis, in welchem diese Literatur in der Regel sich bewegt, einen irgend nachrheiligen Einfluß auf das Stacusleben nicht befürchten, und die Präventivmaaßregeln oet Censur als einer weniger strengen Handhabuug bedürftig, erscheinen läßt. Während bis vor wenigen Jahren die Emaneivationsfrage fast ausschließlich die Gemüther beschäftigte, und man von der praktischen Lösung derselben alles Heil für Israel erwartete, ist man heutzutage gegen jene Frage fast indifferent geworden, man betrachtet sie lbcoretisch für abgethan, und gelangt mehr und mehr zu der Ueberzeugung, daß mit der äußern Emaneivation noch gvenig für die gewünschte Umgestaltung der lüdischen Verhältnisse geschehen sei. Man saßt daher diese Frage in ihrer liefern Bedeutung auf, von ihrer socialen und religiösen Seite, und die mehr äußerliche, legislatorisch- ' politische Seite derselben tritt mehr in den Hintergrund.