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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-04-13 · Heft 15 (13.4.1845) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 15 (13.4.1845)
Date
1845-04-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ISO ntschiedene Interesse, das die gebildeter» Juden Schlesiens an dieser kirchlichen Bewegung nehmen und bezeugen, gegeben haben. Diese Theilnahme hat manchen Correspondenten, und selbst dem Rabbiner Frankel, Aergerniß verursacht. Der Billigdenkende wird die Juden Schlesiens eher dafür loben, und zwar nicht von jenem vornehmen Gesichtspunkte aus, wo uns der geistige Aufschwung unsrer christlichen Brüder erfreulich erscheinen muß, sondern vornehmlich weil die kirchlichen Bewegungen im Christenthume auch auf die im Judenthume mächtig influiren. Es gehört dazu die Befangenheit eines Rabbiners Frankel, um die Influenz des Christenthums auf die spätem Gestaltungen des Judenthums zu verkennen. Es ist aber auch weder das letzte Ziel der jetzigen katholischen Bewegungen die Brechung der Hierarchie, noch fehlt es auch im Judenthume an hierarchischen Rabbinen unv Umtrieben. . <. Vertrauliche Mittheilungen. Mannheimer in Wien an Sachs in Berlin. Frohe Kunde. Wisse, bei uns'ist der „Israelit des neunzehnten Säculs" Wie der des ersten von S ü e nur erga schedam *) erlaubt. Dieser an Jenen. Trauerbotschaft. Als ich hier Fasten gepredigt, und fern noch die Nahrung gehalten, Zeizte kaum sich ein Stern, bissen sie gierig schon an. Frankel in Dresden an Hirsch in Emden. Captatio benevolentiae. Was auch gefaselt der Fasse!, du prangest, kommst du nach Mähren, Reif als talmudische Frucht, besser gezeitigt als Quetsch**). Dieser an Jenen. Zurechtweisung. Sage, was soll mir das Zeugniß von Einem, der denkt, eh' er glaubet; Nur wer geblieben naiv, ist mich zu würd'gen im Stand. *) Gegen Zettel, Bescheinigung. **) Hr. Salomon Quetsch gilt für den ausgezeichnetsten Talmudisten in Mähren. Adler in Burgpreppach an Z w e b n e r in Schattmannsdorf *). Selbstgefühl. Schreite ich ruhmvoll voran, so schließest Du würdig den Reigen, Was in der Mitte herläust, ist nur gewöhnlicher Troß. Dieser an Jenen. Daß Kopf Du und Schwanz ich, Rechtfertiget ganz sich; Der Schwarz aus der Mitte Im Bund sei des Dritte. MLseellen. Frage: Woher ist Hr. Fauth, wie er über die Juven- Emancipation an die badische zweite Kammer Bericht erstattet und solchen vertheidigthat? — Antwort: Aus Schwätzingen. Jemand meinte, Berichterstatter an die badische zweite Kammer in der Juden - Emancipations - Angelegenheit sei ein Fauth, und daß ein Theil der Kammer-Liberalen dessen Anträge beigestimmt , sei uue kaute gewesen, die nicht gut zu machen sei. Die Judenftage ist ein Probirstein des Liberalismus, auf welchem sich der Deutsche häufig als unächt ausweist. Die jüdischen Einwohner Badens thun wohl daran, so oft sich die Gelegenheit darbietet der Welt zu zeigen, in wie weit der dortige Kammer-Liberalismus probehaltig ist. Die vom Lordkanzler dem brittischen Oberhause neuerdings vorgelegte Bill wegen Befähigung der Juden zu Municipal-Aemtern ist dort zum dritten Male ohne alle Opposition verlesen worden; der Bischoff von London verwahrte sich blos gegen weitere Consequenzen. — Was sagen dazu Hr. F a u t h, der Schwätzinger, und Herr von I tz st e i n, der Freisinnige pur exvellenoe? In einer Erwiderung auf die gegen seinen Commisfionsbericht gerichteten Angriffe (Frankfurter Journal vom 22. März d. J.,Nr. 81) findet Herr F a u t h es einleuchtend, „daß die israelitischen Bittsteller selbst es nicht sein können, welchen das competente Urtheil über dessen Wahrheit zusteht." Folgerecht ließe sich danach behaupten, dieses stehe nur den Muselmännern, Chinesen rc., überhaupt Nichtchristen und Nichtjuden zu. *) Vergl. die Unterschriften des polnisch-ungarisch-rabbinischen Sendschnt.'ens in Nr. 13 d. B. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

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