Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1845)
- Date
- 1845-03-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Zfraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnift und Reform des israelitische« Lebens. Redigirt und herausgegeben von Br. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv-Rabbinen;u Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5 /* 15 st/k oder 3 /3<f. Anzeigen für eie gefallene Zeile (i OC'i Nr. 13. Sonntag den 3®. März 18-15. VI. Jahrgang. U e b e r b l i ck. Haupt-Artikel: Holdheim und seine Gegner.' (Schluß.)— Geschichte des Tages. Frankfurt a.ZN.: Polnisch - ungarisch - rabbimsches Sendschreiben. — Aus Rheinbaiern: Der Fürst v. Wreve. — Aufforverung in Betreff der zu Franffurt a. M. abzuhaltenden zweiten Rabbiner-Versammlung. Holdheim und seine Gegner. II. Der Oberrabbiner Frankel. (Schluß.) Die Eigenthümlichkeit des Herrn Frankel macht auch die Widerlegung desselben zu einem unerquicklichen Geschäfte für Verstand und Gemüth zugleich. Bei Hirsch hatten wir es doch mit Prinzipien zu thun, konnten wir um diese Groß-Mächte, die eine Welt von Gedanken in sich bergen, streiten; bei Herrn F. trifft aber der Streit untergeordnete Fragen, kleine, winzige Gebiete entfernter Colonien, die man preisgeben kann, ohne daß darum das Hauptreich, das Mutterland, einen Schaden leide; bei Hirsch hatten wir die achtungswerthen Seufzer, den respektablen Klag- und Webruf der wirklichen Orthodoxie zu vernehmen, bei Frankel aber tönt uns die Stimme des rabulistischen Orthodorasters entgegen, die widrig gellt und unser tiefstes Innere empört. Doch dem Verstände macht es dieser zweite Gegner wieder durch die Schwäche seiner Angriffe leicht, und das Gemüth scheidet am Ende von ihm mit der erhabenden Genugthuung, daß die Schmähungen, welche die rabulistische Orthodorasterei ausgegoffen, auf ihr eigenes Haupt zurückfallen. — Wir dürfen uns bei Hrn. F. noch kürzer als bei seinem Vorgänger fassen *), da Herr Holdbeim selbst es vorhat, ihn in einer ausführlichen Schrift zurechr zu setzen, und ohnehin ein umständlicheres Eingehen die Grenzen eines Journals überschreiten würde. Auch wird das Wenige schon hinreichen, unsere Leser den Herrn F. abermals in seinem wahren Lichte schauen zu lassen. *) Die Gegenbemerkungen Frankel's zu den t a l m u d i s ch e n Stellen, welche von Holdheim angeführt werden, glauben wir ohnehin übergehen zu dürfen, da dieselben doch nur acceffvrische Kraft haben, indem ja Alles auf die Wahrheit ves Prinzips selbst ankö mmt.