Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1845)
- Date
- 1845-03-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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- Capua 1× ep/1047865
- Yanai 1× ep/1033832
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80 als ließe sich das wie ein orthodoxer Mantel umhüllen, der kann überhaupt glauben, daß eine Sprache, wenn sie einmal gesunken und entartet, wenn mit dem Ermatten des Volksgeistes auch ihre Frische dahingeschwunren ist, mit einem Male wieder einen Aufschwung nehmen, ihr der Geist wieder eingehaucht werden könnte; die reife Kritik versteht das Wesen der Sprache besser, sie weiß, daß, wenn deren Quell versumpft ist, höchstens ein Jahrhundert hindurch andauerndes glückliches Aufstreben des Volkes ihr eine neue Blüthe verschaffen kann, die Sprache aber denn doch eine ganz andere Gestalt hat als in einer etwa früheren Blüthezeit, während bei einem augenblicklich begeisterten Fluge, zu dem der Volksgeist sich anstrengt, die Sprache noch immer lohnt und nur einzelne Hochbegabte alle Weisen im Liede anzuschlagen fähig sind, also das Alle sich aneignen, aber der Sprache nicht eine schöpferische Kraft einzuhauchen vermögen. Die unreife Kritik unsers Nee. hingegen argumentirt folgendermaßen: „Aus dem bittern glühenden Haffe, wozu die jüdische Nation gegen die politische und religiöse Tyrannei der^Syrer berechtigt war, läßt es sich leicht folgern, daß hiermit die syrische Sprache (die Worte sind in der Nccension gesperrt gedruckt), die Sprache der Unterdrücker gleichzeitig aus den öffentlichen Urkunden sowohl, wie (!) überhaupt aus dem Gedankenaustausch (!) des fiegesttunkenen Volkes verbannt wurde, dafür aber die hebräische jetzt besonders liebgewonnenen Sprache für alle Lcbenssphären in Aufnahme kam." Die syrische Sprache, die Sprache der Unterdrücker! wie die arme Geschichte sich von unreifen Recensenten maltraitiren lassen muß! Jenes syrische Reich, das Stück der großen Monarchie Alerander's, war ein ganz präcifirtes, in ihm herrschten griechische Stellen und griechische Sprache von p "fPQ und p ist daher in Daniel 8, 21 und 11, 2 die Rede, der Dank für die Rettung unter den Hesmonaren in der Liturgie spricht von der nytSHH p ms'PD, und der Talmud, kennt auch nur den Haß gegen die nw ]lts6 und rnJi’ HEDD, immer Griechen, nirgends Syrer! Wie wenig aber auch diese Abneigung gegen die Sttömung der Geschichte vermochte , beweist die fortdauernde Herrschaft der seleucidischen Aera, habe den Schriften ein alterthümlichcs Gepräge geben wollen, ist hier nicht den heiligen Verfassern eine verfälschende Absicht angedichtet , als hätten sie ihre Schriften altern Männern beigelegt? O Capua! wie hast Du den Zögling unseres Hirsch geschwächt! Der Ree. nämlich huldigt derselben Meinung in Betreff des Daniel und will sie sogar zur Unterstützung seiner Behauptung gebrauchen. „Während nämlich — sagt er — der erste Theil dieses Buches in der habräo-aramäischen Fassung (?) gehalten ist, stehen (ist wohl Druckfehler für: stechen) die letzten Kapitel, worin unverkennbar die Makkabäergeschichte in Form der Vision charakterisirt ist, recht grell in ihrer hebräischen Gestalt (?) ab, und unterstützen diese die Annahme eines Einschnittes, welcher innerhalb der Makkabäerperiode fällt, wonach jenseits dieses Einschnittes, dem Erile näher, der Aramäismus sein Maximum , diesseits aber die hebr. Sprache ihr Marimum (?) und die aramäische ihr Minimum (?) hatte." Uebersctzen wir diesen holperigen Satz aus seinen gesuchten Ausdrücken in einfache Prosa, so heißt es: Der chalväische Theil des Buches Daniel, die ersten sieben Kapitel enthaltend, ist vor der Selbstständigkeit des Makkabäerfürsten Simon, der folgende Theil, hebräisch geschrieben, ist erst nach dieser Zeit abgefaßt; zwar ist die Darstellung so, als habe Daniel beide geschrieben, als habe er die spätere Geschichte der Juden in einer Vision geschaut, allein dem ist nicht so, der spätere Schriftsteller hat sein Product dem Daniel untergeschoben, er hat Ereignisse, welche bereits an ihm vorübergegangen waren, als zukünftig geschildert, als schaue er sie in prophetischer Vision, „ er charakterisirt die Makkabäergeschichte in Form der Vision!" Was mag Herr Hirsch zu einem solchen ungerathenen Söhn sagen, der die Bibel aufgiebt, um die Mischnah zu retten, die Prophezeiung läugnet, um Geigern ungeschickt zu bestreiten, dem Talmud ms Angesicht schlägt, um die Träger der Reform zu verunglimpfen! Welch' eine jämmerliches Spiel ist eine solche Orthodoxie, die keinenHalt undBoden hat, dieweil sie alles eigenen Glaubens baar ist, an das Bestehende sich anklammert, dessen Grundfesten sie untergräbt, die nnr der persönlichen Leidenschaft fröhnt, nur der Dummheit des Volkes schmeichelt, als vergöttere auch sie jeden Mißbpauch während sie hinter dem Rücken des Volkes, das von biblischer Kritik nichts versteht, der Wissenschaft ihr Compliment macht! Diesen rabulistischen Orthodorasten gegenüber mögen wir uns der Mahnung Jannai's an seine Frau stets erinnern: D’tinisn p ’frrpnn p \x-pnn on:2D “dp D'tppao -psnsr o»pnsn p wvnn bt*!’"iDT nffj/ö U'myv D’JJDSn Blos eine Warnung möchte ist Herrn Frankel zurufen, wie gefährlich seine Halbheit ist und welch eine Schule er sich heranbildet!! DerRecensent selbst wäre eines öffentlichen Auftretens gegen ihn nicht werth. der sich behauptende Jahresanfang mit Tischri u. dergl. m. Jedenfalls wurde durch dieses Ereigniß das Aramäische keineswegs verdrängt. und das Hebräische, wo es als Schriftsprache gebraucht wurde, ist matt und, wie alle spätere Schriften, Esra mit Nehemias und der Chronik, Koheleth, Esther und Daniel beweisen; nur im Liede vermochten Einzelne sich zu erheben, aber die Prosa, die man anwendete, um den Schriften ein alterthümliches Gepräge zu geben, verräch gerade die Jugend, die Hinfälligkeit der Sprache. Aber wie? was wird der Rec. zu diesem Ausdrucke sagen, man Berichtigungen. In Nr. 7 muß es heißen: statt Offener Brief, offene Briefe und — — 7 und 8 statt IV Hl. In Nr. 7 S. 50. Spalte 1 Zeile 6 v. o. statt eigentliche l. eigentlichen. -— 2 — 7 v.u. — zeitgemäß l. zeitgemäße. — 51 — 2 — 6 v. u. ist das Wort Art zu streichen. — 52 — 1 — 18 v. o. statt einen l. meinen. — „ — „ —10 v. u. — Lüge l. Lücke. In Nr. 8 —57 — 1 - 5 v. u. - ließ l. ließe. — 58 — 2 — 11 v. u. — contract l. contral. — 59 — 1 —15 v. o. — fräge l. ftüge. — „ — „ — 9 v. u. — darüber l. darunter. Auch ist mehrfach Salomo statt Salamo zu lesen. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.