Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1845)
- Date
- 1845-03-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2566751-2566964-2566973--1337-2569104- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
D er Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Keimtnist und Reform -es israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von m*. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Nabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch allePostämter und Buchhandlungen. Preis fürdenganzenJahrgangü^ l5Moder3^. Anzeigen sürdiegespaltencZeilcü^ Nr. U. Sonntag de» S. März VI. Jahrgang. Ueberblick. An Christian Schreiber. — Haupt-Artikel: Holdheim und seine Gegner. — Geschichte des Tages: Frankfurt a. M.: Der Ober-Rabbiner Frankel. — Breslau: Hoffnung der Begeisterten; der Starrsinn der Gegenparthei. — Vom Rhein: Die Schmähungen der Philippsohn'schen Zeitung. — Aus Rheinpreußen: Petition um Ernanciparien der Zudem — London: Der neugewählte Rabbiner. — Die rabulistsschen Orthodorastec. — An Christian Schreiber. (Vergl. No. 7, Zahrg. 6.) Wollen die Verse, und will sich die Sprach' uns so fügsam nicht zeigen Wie den Unsterblichen einst, die uns als Vorbild gedient; Führt der fließende Dactplus Splbcn in wogender Strömung, Die in gemessenem Gang langsam sonst ziehen einher; Lass, das bedenke, der Bogen uns näh'r als die tönende Leier, Brauchten zum Schärfen wir mehr denn zum Policen die Feil. Doch ist Gemeines uns fremd in That und Gesinnung und Ausdruck, Das nicht den Musen allein, das auch den Göttern verhaßt. Bringe süßduftende Blüthen, wer singet von Schönheit und Amnuth, Doch wer erschließet den Stall, scheue nicht Koth und Geruch. Schelte uns keiner die Teiners und Brouwer, die Stern und Ostade' Die in prosaischen Stoff hauchten poetischen Geist. Aber auch schonen kann nicht, wer allein im Aug' hat die Sache, Denn die Personen nur find Träger verderblichen Wahns. Weise den Suchenden liebreich zurecht, wenn er schweift in der Irre, Doch in der Hitze des Kampfs findet Begüt'gung nicht Raum. Daß ihn beachtet ein Sänger, der jenen Unsterblichen nah stand, Unsrem gewagten Versuch ist es des Lohnes zu viel. /. Holdheim und seine Gegner. *) Hirsch. Es ließ sich erwarten, daß Holdbeims Schrift über die Autonomie der Rabbinen den ganzen Zorn unserer Zionwächtcr erregen würde. Verfolgte sie ja die Idee der rein mosaischen Lehre bis zu ihren letzten Gründen, wies sie ja das Recht ihrer Geltung, ihrer historischen Basis und Begründung mit einer Schärfe und Gelehrsamkeit nach, wie eö noch Keiner gethan. Der Erste, *) Wir hoffen unter diesem Titel unseren Lesern noch manches Interessante zu bringen, denn der Kampf zwischen Holdheim und seinen Gegnern betrifft die höchsten Fragen der Zeit, und scheint es auch nicht, als ob die Reihe der letzteren mit den gegenwärtigen sich schließen wollten. Soll ja sogar, wie bereits gemeldet, ein P. M. Heilpern ein scharffinniges Gutachten darüber ausgearbeitet haben, ob Holdheim fJO'? "1LN sei. Der nächste Ritter, welchen wir unseren Lesern vorführen werden, wird Herr Oberrabbiner Frankel sein.