Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1845)
- Date
- 1845-02-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Zfraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von »r. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv-Rabbinen zu'Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzenIahrgangä/ lö^oitv3^f. Anzeigen für diegespalteneZeile 6 Nr. O. Svnatag den S. Februar I*»-45. VI. Jahrgang. Ueberblick. H aupt - Art i k ef: Offener Brief über den Reform-Verein. — <S eschichte v es Tages: Wiesbaden: Der strenggläubige ¥• — Berlin: Die orthodore Propaganda. — Aus Thüringen: Die Rabbiner-Versammlung. - A u s W c st v b a len: Testa mentarrsche Stiftung. — -Breslau; Spnagogen-Ordnung. — Frankfurt: Synagogen-Ban. — Heivelberg: Erwiederung reo Rabbiners Fürst. (Forts.s — Entgegnung. — Offener Brief über den Reform-Verein. Von M. A. Stern. m. An den Redakteur des „Israeliten." Ihre Gefälligkeit hat es mir früher möglich gemacht, zweien Ihrer Amtsgenossen gegenüber die Sache des Reform-Vereins zu vertreten. Da beide Herren den Reformfreunden die Ehre erzeigten, ihre Aeußerungcu unmittelbar an diese zu richten, so glaubte ich mich durch diesen Umstand berechtigt, ihnen ebenfalls direkt, und verpflichtet ihnen zuerst zu antworten. Unterdessen haben sich mehrere andere Ihrer Amtsgenossen über den Reform-Verein vernehmen lassen, ohne sich jedoch an diesen selbst zu wenden. Gern hätte ich auch mit diesen Herren einen öffentlichen Briefwechsel angeknüpft; da ich aber nicht den Schein der Zudringlichkeit ans mich laden mag, so nehme ich mir die Freiheit, Ihnen, geehrter Freund, meine Gedanken über diese Bcnrtheilnngen mitzutheilen. Ich werde hierbei sehr bequem in chronologischer Ordnung fortfahren können, denn in der That sind, soviel ich weiß, die Herren Rabbiner Stein und Gutinann zugleich die ersten gewesen, deren Urtheil bekannt geworden ist. In der allgemeinen Zeitung deS Iudenthnms 1311 Nr. 7 fand ich eine gutachtliche Aeußerung über den Reform-Verein von Hrn. Dr. Einborn. Rücksichtlich der zwei legten Artikel der „Erklärung" Talmud und Messiasglauben betreffend, ist aus dem Gutachten nicht zu ersehen, ob dessen Verfasser sie billigt oder tadelt, nur soviel geht daraus hervor, daß auch nach seiner Ansicht der Talmud zur Verknöcherung des jüdi schen Lebens beigetragen bat. Daß Hr. l>r. Einhorn den Zusammenhang zwischen diesen Artikeln und dem ersten nicht einsiebt, ist freilich nicht unsere Schuld; er meint: nachdem der Gott Israel dem Ich, dem Begriffe oder der Substanz seinen Thron einräumen mußte, sei es überflüssig über Talurud und Messias zu sprechen. Es ist schwer zu sagen, was diese Phrase, die aussiebt, wie dem Eonversarions-Veri