Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1844)
- Date
- 1844-11-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Ei«e Wochenschrift für die Rrnntnifs und Aekorm -es israelitischen Uebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Nabbinen in Eisenach. Nr. 4b. Sonntag, den 17 November 1844. V. Jahrgang. ttebeovtiek. Hauptartikel: Saalschutz, zur Versöhnung der Consessienen (Schluß.) — Geschichte des Tages: Berlin, die Antnttspredigt von vr. «Lachs. Frankfurt a. M.: die Braunschwciger Naböinen-Versammlung. Hamburg: die Schrift von M. G. Salomon über dieLeschneidung. AuS Unterfranken: (Schluß) der Kassirer Cohn. Von derElbe: Die Frankfurter Wechselordnung. Aus Nheinpreussen: Das Wirken von Cahn. Znr Versöhnung der Confessionen, oder Judenthum und Christenthum in ihrem Streit und Einklang, von I. Li. Saalschutz. (Königsberg, bei Gräfe und Unzer. 18)4.) (Schluß von Nr. i'>.) Wie unsere Leser sich überzeugt, können wir dem Verfasser für die hier mitgrtheilten Bemerkungen nur dankbar sein, da sie in der That geeignet sind, den Zwiespalt zwischen beiden Religionen zu Kerlen, die Kluft auszufüllen, die Gegensätze zu vermitteln; sie werden dieses noch besonders dadurch, daß der Verfasser auch bei den dogmatischen Lehren, (wie z. B. bei der von dem Messias) den sittlichen Einklang beider Religionen, ihre Ucbercinstimmung in der hohen und humanen Beziehung des Dogma nachwcist. Allein unsere Freude wird doch wieder getrübt durch den Standpunkt, auf welchen der Verfasser bei seiner ganzen Betrachtung sich stellt; es ist dieses der strengsupernaturalistische, der buchstäblich-biblische. Derselbe tritt besonders bei den von Moses eingesetzten Opfern, Ritualien und Fasten hervor und führt den Verfasser zu der Ansicht, daß der Sinn der prophetischen Reden gegen dieselben keineswegs der sei, „daß sie einst aufhören sollen, sondern daß man um ihnen wahren Werth vor Gott zu geben, die rechte Gesinnung, welche sich auch in Handlungen der Gerechtigkeit und Liebe offenbaren, bei ihnen nicht dürfe fehlen laßen!" In dieser Aeußerung liegt aber offenbar ein Widerspruch. Gibt nemlich die rechte Gesinnung den Opfern erst ihren wahren Werth vor Gott, so sind sie nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zwecke, Ausdruck einer sittlich religiösen Empfindung, wie des Dankes gegen Gott, der Bereitwilligkeit, ihm das Beste, was man besitzt, zu weihen, u. s. w. Allein als ein solcher Ausdruck, als ein solches Mittel dienen die blutigen Opfer nur noch bei einer finstern Zeit, wo man gewissermaßen noch nicht ganz von der Idee der Menschenopfer sich hat frei gemacht und nun die Opferung