Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 45 (10.11.1844)
- Date
- 1844-11-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2566751-2566911-2566957--1197-2568950- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Ei«- Wochenschrift für die Renntniss «nd Nekorm -es israelitischen Urbens. Redigirt und heransgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Rabbinen in Eisenach. Nv. 45. Sonntag, den IO. November 1844. V. Jahrgang. Ueberblick. Hauptartiket: Saalschutz, zur Versöhnung der Confessionen. — Gesebichte des 3?age6: Eisenach: GrünebaumS gottesdienstliche Vorträge. Frankfurt a. M.: Bodenheimers Antrag über den Eid. Aus Untersranken: der Landrichter 2hl. Von der Elbe: Holdheims Aussätze über die rabbinische Lehre vom Eid. Von der böhmischen Grenze: die Errichtung von Krankenzimmern für Israeliten; Peter Beers Gebetbuch. Ttugekommene Schriften: Grünthal, mosaische Religionslehre. Feldmann, kirchliche Zeit- und Lebensfragen. Larsow, die Genesis. Zue Versöhnung der Confessionen, Iudenthum und Christenthum in ihrem Streit und Einklang, von I. L. Saalschutz. (Königsberg, bei Gräfe und Unzer. 1844.) Gern widmen wir dieser Schrift eine besondre Betrachtung. Die Versöhnung der Confeffionen, die Herstellung eines Einigkeitseines Friedens-Bundes zwischen Kirche und Synagoge, zwischen Christenthum und Judenthum, — das niuß ja das Höchste unsrer Wünsche, daran muß uns viel, ja Alles gelegen sein. Denn was hilft es, daß wir in unsrer Religion die reinste Humanität erstreben, daß wir ihren sittlichen Kern immer mehr zur Entfaltung bringen, daß wir Bruder- und Menschenliebe im vollendetsten und umfangreichsten Sinne des Wortes predigen, solange beide Religionen sich feindlich gegenüber stehen, solange sie sich nicht brüderlich die Hand reichen, solange nicht das schöne Wort der Vermittelung, der Versühnung zwischen beiden gefunden ist? Denn fürwahr, solange das nicht ist, können auch die Bekenner beider Religionen sich nicht als ebenbürtig, als gleichberechtigt ansehen, sich nicht mit vollem ganzem Herzen die Menschen-, die Bruder-Hand reichen. Wer lehrt uns aber jene Versöhnung? Der Lalmudismus und starre Rabbi, nismus wahrlich nicht! Er verdammt zwar die andern Religionsgenoßen nicht schlechthin, laßt ihnen sogar einen Antheil an der ewigen Seeligkeit zukommen, (h"n men l'Ti'fb pbn cn^ IT1) aber es ist doch nur ein kleines winziges Theilcken! für seine Bekenner reclamirt er das größte, ansehnlichste; diese müssen einen größeren Lohn empfangen, weil sie einen größeren Dienst haben, weil mehr Gebote und Satzungen, woran die ewige Seligkeit geknüpft, ausüben; bür\v' r\\‘ n's'p'n ns> C* "Risöl mm urb renn rpsh (* „Gott habe den Israeliten eine recht große Seligkeit bereiten wollen, und darum habe er ihnen fo viel Lehren und Gebote gegeben." (Sp. der Väter.)