Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 42 (20.10.1844)
- Date
- 1844-10-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eia- Wochenschrift für die Kenntnits und Nekorm des israelitischen Redens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Rabbinen in Eisenach. Rv. 42. Sonntag, den TV Oktober 1844. V. Jahrgang. Ueverblick. Hauptaetikel: Die Reformations-Ideen von Samuel Hirsch. — Geschichte des Tages: Personalzeichnungeil aus der Braunschweiger Rabbinen-Bersammlung (Schluß). Berlin: Die neuen Sänger beim Gottesdienste. AuS dem Regierungsbezirk Trier: Cahn über die Rabbinen-Bersammlung. Reukalden: Das segensreiche Wirken Holdheims. Aus dem Meiningschen: Die neue Gottesdienstordnung; eine Glocke an einer Synagoge. — Ter jüdische Lehrer aus dem Lande. Die Refo rmationS - Bdeen von Samuel Hirsch. £ Frankfurt a. M. im Sept. Wenn wir Ihnen melden, daß wir uns gedrungen fühlen, unserem Berichte eine Beichte voranzuschicken, so sind Sie gewiß geneigt, dieses den hohen Feiertagen, der Stein'schm Buß-Sabbat-Strafpredigt, der Anwesenheit des Herrn Or. Zunz, oder dem versammelten Rothschild'schm Familien-, vielleicht gar dem detto Geld-Congresse zuzuschreiben, oder Sie erwarten, daß wir wie weiland Reinecke fremde Sünden beichten. Alles nichts; hören Sie nur erst unsere Deichte an, die wir in der Weise des Dichters fassen: Ja, wir haben, sei's bekannt, Hegel nicht gelesen, Nicht den Weltenschmerz gekannt, Als er da gewesen; Manche schmerzensfrohe Stunde, Goldnes Wort aus weisem Munde Haben wir versäumet. Merken Sie nun, wo wir hinauSwollm, und wenn nicht, so können wir es Ihnen nicht langer vorenthalrm, daß wir beabsichtigen über das Schriftchen des Herrn Rabbinen, vr. Samuel Hirsch: „Reform im Judenthum", zu berichten; da wir nehmlich diese herbeizuführen eifrig bestrebt sind, so können wir jenes nicht unerwähnt lassen. Wir können es aber auch deshalb nicht, weil wir einem Vereine angehören, von welchem zwar der Verfasser, S. 40, 41, sagt: „Recht hat er und als ein Epoche machendes Verdienst muß es ihm angerechnet werden, daß er es zuerst offen und klar aussprach, daß wenn wir nicht mehr nach dem bisherigen Ritus leben, wenn wir nicht mehr alle Observanzen und Gebräuche beobachten, wenn wir uns selbst über in den Büchern Moses vorgefchriebme Ritualgesetze hinwegsetzm, so geschieht das nicht wie ihr bisher wähntet, aus Bequemlichkeit, aus Genußsucht, sondern aus Religion, und weil wir Juden sind, und weil das Wesen des Judenthums uns dazu berechtigt und auffordert," dem er nichts desto weniger gleich darauf sonst nichts vorwirft, als „Consufion, Rrnommage, Perfidie, Ignoranz/ Eitelkeit,