Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 40 (6.10.1844)
- Date
- 1844-10-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Renncknits und Nekorm des israeiitifehr« Uebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Nabbinen in Eisenach. 9kp. 40. Sonntag, den 6. Oetober 1844. V JahtkgtMg. U e b e r b l r ck. Hauptartikel: Zustände in Mecklenburg-Schwerin. — Geschichte des Tages: Personalzeichnungen aus der Braunschweiger Rabbinen-Versammlung. Von der untern Weser: Widersprüche in dem religiösen Leben. Arad: Tod des Rabbinen Thorin; sein letztes Bekenntniß. Neukalden: Synagogen-Einweihung. Frankfurt a. M.: das Wechselprivilegium. Fraat> furt a. M.r das Geschenk von Rothschild. Creseld: die Berufung Bodenheimers. Zustände in Mecktenvurg-Schwerin. Es ließ sich wol voraussehen, daß, so mäßig und behutsam die im vorigen Jahre erlassene Synagogen- Ordnung die Bahn des Fortschrittes in Verbesserungen des Cultus betreten, es dennoch nicht an einzelnen lichtscheuen Finsterlingen fehlen würde, denen auch schon durch dies spärliche Licht die Augen geöffnet und die zu einem fürchterlichen Jammergeschrei über Zerstörung der Religion rc. veranlassen würden. Sind doch Hamburg und Altona, die Sitze des eingefleischtesten jüdischen Zelotismus, in der Nähe, wohin die Mecklenburgischen Juden zwei Mal im Jahre ihres Geschäftsbetriebes wegen reisen, und wo man es sich zum größten Verdienst anrechnet, die Gemüther aufzustackeln und aufzureizen! Bekanntlich ist diesen Zeloten der trotz aller ränkevollen Machinationen, in blühendem Wachsthum dort fortbestehende Tempel ein Stein des Anstoßes. In ihrem wahnsinnigen Eifer gegen sein Gedeihen möchten Ire sich und Andere zu bereden suchen, der Tempel sei etwas ganz Appartes, er stehe nicht im Judenthum, der ihm angehörende Verein bestehe aus lauter Neumodischen, was in ihrem Sinne mit Nichtjuden identisch ist. Wenn der liebe Gott ihn bestehen und blühen läßt, so ist damehr zur Warnung als zur Nachahmung, damit die frommen Juden sich ja nicht ein neumodisches Gelüste beikommen lassen, etwas an ihrem alten Cultus zu rütteln, denn solches frevelhafte Rütteln an dem heiligen Alten führe geradezu in die Pforten des — Tem. pels. Mit welchem Schrecken mußten diese daher ein solches Beginnen in ihrer nahen Nachbarschaft erblicken! Hier ist kein Tempel, hier sind keine neumodischen Juden, und doch regt sich ein Geist des Fortschrittes im Cultus. Das könnte uns gefährlich «erden; bei einem neuen Tempelstreite.vpm nonbo ruanpn '2 rrm wn Das Interesse der Hamburger Zeloten, in Mecklenburg Zwietracht auszustreuen und das Feuer des Aufruhrs gegen die unschuldige Synagogen-Ordnung emsig zu schüren, ist ganz ersichtlich. Und doch laßt sich zur Ehre der Mecklenburgischen Juden sagen, daß jene ge-