Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1844)
- Date
- 1844-09-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2566751-2566911-2566951--1150-2568897- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ligiou uttb die ehemalige Verfassung des jüdischen Landes und möchte wol, daß eS weiter bekannt würde. 6) Kalender und Jahrbuch für Israeliten auf daS Jahr 5604. Wien bei Schmidt und Busch. Obgleich das Jahr 5604 bald vorüber ist, so hat dadurch dieses Buch doch nichts von seinem Werthe verloren, da dieser auf dem vielen Belehrenden, Erbaulichen und praktisch - Interessanten, was es bietet, beruht. Zwar spukt die neue jüdische Romantik, welche den Talmud und die Nabbinen über die Gebühr zu verherrlichen strebt, auch darin; doch den Lesern des „Jsrae. liteu" schadet dieses nichts; sie werden in ihrem gesunden Sinne durch solche Verherrlichungen nicht irre gemacht, sondern sehen wol nur in ihnen den Schwanengesang des dahingehenden Rabhiuismus. Frankreich. Paris. Der Minister des Innern hat an die Präfekten des Königreichs ein Rundschreiben erlassen, worin sie aufgefordert werden, für den religiösen Beistand der Nabbinen bei jüdischen Gefangenen und Sträflingen Sorge zu tragen. (21. I.) In der »Arch. Isr.“ Nr. 8 wird an das Centralconsistorium von Frankreich die Anfrage gestellt, ob es nicht in der Ordnung sei, an solchen Tagen, welche, als Nationalfesttage, in den französischen Synagogen religiös begangen werden, gleichwie an sonstigen jüdischen Feiertagen, rc. nicht zu beten. Was meinen unsere deutschen Casuisten? Hr. S. Po lack, der vieljährige Sekretär des Central- und Departementalkonsistoriums, ist mit Tod abgegangcu. Calais. Hr. Meyer, einer unserer geachtctsten israelitischen Mitbürger, hat die Auszeichnung erfahren, zum Handelsgerichts- Assessor unserer Stadt ernannt zu werden. Metz. Die Frau Baronin I. v. Rothschild hat dem hiesigen israelitischen Verein für Künste re. ein Geschenk von hundert Franken Übermacht. , Portugal. Die Akademie der Wissenschaften in Lissabon hat Herrn G. E. Roquerti. einen Christen israelitischer Abstammung, zu dem Zwecke abgcsandr, um ihr über den gegenwärtigen Zustand aller Israeliten Europas Bericht zu erstatten. Hr. Roqnetti befindet sich iu diesem Augenblicke in Paris. (A. I.) England. A London. Eine Anzahl notabler Israeliten, unter denen die HH. Montefiore, Rothschild, Goldsmid und Hananel de Castro genannt werden, haben sich zu einem Comitv gebildet, um auch in England, nach dem Vorgänge der deutschen unfranzösischen Israeliten, ein Institut für Literatur und Wissenschaft zu gründen. Die Ausbildung talentvoller junger Leute in den Fächern ihrer Neigung, soll die Hauptaufgabe der projektirten Anstalt werden. (I. I.) Palästina. ££ Nach einem am 11. August in Frankfurt a. M. eingctroffenen Schreiben aus Jerusalem nehmen die Gewaltthätigkeiten von Seiten der Angestellten des Hrn. Hirsche! Lehren fortwährend mehr und mehr überhand, so, daß dieser Lehren zu einer wahren Landesplagc für die Juden Palästinas geworden ist, die an dergleichen auch ohnehin eben keinen Mangel haben. Hr. A. Selig, der vielen Lesern dieser Blätter persönlich bekannt ist, hatte sich vor einiger Zeit von Jerusalem auS auf den Weg gemacht, um ferne in Hebron wohnhafte Tochter zu besu chen. Da aber die Lehren'schen Agenten zu Jerusalem fürchteten, Hr. A. Selig. möchte sich von Hebron aus leichter wieder außer Landes begeben können, und da, etwa in Europa, über den dermaligcn Stand der jüdischen Angelegenheiten iu Palästina Ausschlüsse ertheilcn, so wurde die dortige käufliche Ortsbehördc veranlaßt, den Reisenden durch einen Kanvaß zu Pferde einholen und nach Jerusalem zurückbringen zu lassen, wo er sofort in's Gefängniß geschleppt und nur gegen eine Caution von 1000 Piastern, darüber, daß er sich künftig nicht wieder aus Jerusalem entfernen werde, wieder entlassen wurde. Obgleich nun gegen Hrn. A. Selig keinerlei Untersuchung eingeleitet ist, weil dazu jeder Vorwand fehlt, so befindet sich derselbe doch fortwährend in Stadtarrest und unter der direkten Aufsicht der Lehren'schen hohen Polizei. Bekanntmachung. VolkstehriMeller fordere ich hiermit ergebenst auf, mir für mein Volksblatt: „der Heßenbote" volksthümliche Original-Erzählungen gegen angemessenes Honorar zu liefern; dieselben dürfen aber 2 Ociavbogcn nicht überschreiten. Die Tendenz des Heßenboten, welcher seit 8 Jahren unter meiner Verantwortlichkeit erscheint und in feinem Laterlande bereits allgemeine Geltung erlangt hat, ist eine rein volksthümliche, keineswegs für Hcßcn allein berechnet. Probcblättcr mit genauerer Angabe des Planes sind durch jede Buchhandlung zu erhalten. Anfragen und Offerten bitte ich dirccr pr. Post zu bewirken. Hersfeld, in Kurhessen, im September 1844. Schuster, Buchhändler. Druck und Verlag von F. Schuster in Hersfeld.