Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 36 (8.9.1844)
- Date
- 1844-09-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2566751-2566911-2566948--1114-2568858- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für dir Kenntnils und Urform des ikeaelitrtehrn Ardrns. RedigirL und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Rabbinen in Eisenach. Rr. AH Sonntag, den 8. September 1844. V. Jahrgang. Ueberblick. Hauptauffatz: Offene Briefe über den Reform-Verein. — Geschichte -es Tages: P crsonalzeichnungen aus der Braunschweizer Rabbinen-Versammlung. Frankfurt a. M.: die Gesinnungen des Nabbinen Stein. Heidelberg: der Rabbine Fürst. Prag: dieWahl eines Predigers. Preßburg: Ein neuer Grund wider die Emancipation der Juden. — Anzeigen, Offene Briefe über den Reformverein. von M. A. Stern II. An den Herrn Distriktsrabbinen Gutmann. Erlauben Sie einem eifrigen Mitglieds des Reformvereins Ihnen einige Bemerkungen mrtzutheilen und einige Fragen vorzulegen, zu welchen Ihr offenes Antwortschreiben an die Frankfurter Reformfreunde (Literaturbl. des Orients 1844 Nr. 1 u. 2) die Veranlassung gegeben hat. Nach so manchem Schlechten und Schwachen, war es das erste kräftige Manneswort, was mir über diese Angelegenheit zu Gesicht gekommen ist. Sie haben das gezeigt, was man, nach dem Ausspruche eines großen Naturforschers, vor allen Dingen haben muß, den Muth einer Meinung, Sie haben ebenso deutlich angegeben, wo Sie zustimmen, wie Sie mit Entschiedenheit das Ihnen Widerstrebende abgewiesen haben. Solcher Stimmen bedürfen wir gar sehr. Denn nicht im Verdecken und Verstecken, nicht in dem klugen Schweigen, Neigen und Beugen, sondern im offenen Aussprüche des Gegensatzes wie des Einklangs liegt die Möglichkeit des Weiterkommens. Wiewol Sie den Reformverein mit sehr harten, zum Theil sehr unmotivirten Worten angelassen haben, so darf man nicht weniger die Hoffnung hegen, daß Sie, bei hinlänglicher gegenseitiger Erörterung, eine freundlichere Gesinnung fassen werden, wenn dies nicht schon geschehen sein sollte. Denn es will mir scheinen, als ob Sie, unter dem Einflüsse gewisser falscher Vorstellungen, nicht ohne eine leidenschaftliche Aufwallung geschrieben hätten, die vielleicht bereits jetzt der kälteren Ueberlegung Raum gegeben hat. Ich will es in Folgendem versuchen, so viel ich kann, eine weitere Verständigung anzubahnen. In Beziehung auf zwei von den drei Artikeln unserer Erklärung sind Sie, dem Wesentlichen nach, mit uns einverstanden, ich konnte sie daher ganz übergehen, wenn ich nicht hier Gelegenheit fände, mich über eine Thatsache auszusprechen, die mich von jeher sehr unangenehm berührt hat. Was den Talmud betrifft, so hoffe *#, daß die