Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1844)
- Date
- 1844-09-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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*§4 -a»r Cm Geiste des besonnenen Fortschrittes gehalten, und eben so interessant durch das Mannigfache und Praktische ihres Inhaltes, als durch ihre beredte, anziehende Darstellungsweise. DaS erste Heft enthält Einiges über die Emancipationsfrage, über die Geschichte der Israeliten in Ungarn, eine» Auszug aus einer Predigt über die Dringlichkeit gottesdienstlicher Verbesserungen, eine Recenston zweier Schriften, einen Bericht über die Schule zu Groß-Kauischa (dem Wohnorte des Herausgebers) und Miscellen. Der erwähnte Auszug hat uns besonders angesprochen. Der freimüthige Verfasser spricht da u. A. von den Schwierigkeiten, die sich bei der Ausfiihrunz wesentlicher gottesdienstlicher Verbcßerungen den Unternehmern entgegenstellen und ruft nun im Sinne der letztem aus: -Aber alle diese Schwierigkeiten schrecken uns nicht ab, gehen wir ihnen mit einem Herzen entgegen, welches vom frommen Vertrauen zu Gott erfüllt und erwärmt ist; denn j-Q 'n 'IsN rc. Menschen, die auf Gott vertrauen, gewinnen stets neue Kraft, mit Adlersfittigen erheben sie sich über Hindernisse und Schwierigkeiten. Sie eilen und ermüden nicht, schreiten fort und ermatten nicht; sie geben ihre heilsamen Pläne nicht auf und bleiben auf halbem Wege nicht stehen; 02* '8N "Ql", sie wollen das Ganze, das Uebereinstimmende, dar Vollendete, kein Stückwerk, keine Halbheit.« Möchten seine Worte recht vielen Anklang in unseren Gemeinden finden und möchte überhaupt diese neue Zeitschrift einen fruchtbaren seegenbringenden Boden sich erringen! Steußerungen berühmter Schriftsteller über Philosophie.Politik, Kirche unv Religion. Die neue Zeit kann nur geboren werden, wenn man da: zeitliche Alte ganz aufgegebrn Hat; nicht das ewige Alte, denn dieses eben ist ein sich verjüngendes, ein zukünftiges, die ewige Quelle aller Verjüngungen, eine Quelle, aus welcher schon lange die Volker nicht mehr gelabt worden sind. „Diejenige Religio« ist die beste, welche am meisten Einfluß auf die Sittlichkeit ausübt und die Menschheit milder und tugendhafter macht.« „Die Toleranz ist so vortheilhaft, daß sie das Glück der Staaten ausmacht, in welchen sic eingeführt ist." „Der falsche Religionseiser ist ein Tyrann, welcher die Länder entvölkert; die Duldung eine zärtliche Mutter, welche dieselben pflegt und blühend macht.« „Es gibt keine Religion, die sich hinsichts der Moral bedeutend von der andern unterscheide. Sie können also sämmtlich der Religion gleichgültig sein, und diese muß Jedem die Freiheit lassen, sich einen Weg zu wählen, auf welchem er in den Himmel eingehen will. Er sei ein guter Bürger, das ist Alles, was sie von ihm verlangen kann." (Friedrich der Große.) Je eifriger die Christen an ihre blutige Erlösung glaubten, desto heftiger verfolgten sie die Werkzeuge dieser ewigen Wohlthat, selbst an den spätesten Nachkommen. Finden wir nicht dieselbe Erscheinung — ohne allen weitern Vergleich sei eS gesagt — in der Verachtung, mit der man die Scharfrichter und ihre Familien behandelte, mit denen bekanntlich kein ehrlicher Mensch verkehren mochte, die außerhalb der Gemeinde wohnen mußten; Alles nur, weil sie den Richterspruch deS Rechts an einem Menschen zu vollziehen hatten, wie einst die Juden einen ewigen — Rathschluß der Gottheit an den Menschensehrr. In solchem Haß, möchte man sagen, läßt das menschliche Gefühl seinen Unwillen gegen sich selbst aus, daß zum ewigen Heil, wie zum bürgerlichen Bestehen des Menschen, Blut erforderlich war. (H. König.) Bekanntmach ««ge«. Bei Unterzeichnetem sind so eben erschienen und bei F. Schuster in Hersfeld und Homberg zu haben: Flehinger, B. H., Erzählungen aus den heiligen Schriften der Israeliten. Vierte Auflage. 8. 27 Kr. od. 7| Sgr. Bei Einführung in Schulen findet ein Partcipreis statt. Salornon, hebräische Lesefibel für israelitische Schulen, gr. 8. geb. 18 Kr. od. 5 Sgr. Bei Einführung in Schulen findet ein Partiepreis statt. Diese Fibel, welche von Hrn. vr. Heß in Frankfurt a. M. sehr belobt wurde, erlaube ich mir zur Einführung angelegentlichst zu empfehlen. Exemplare sind durch jede Buchhandlung zu beziehen. Darmstadt. Hofbuchhandlung von L. Pa bst. In B. Behr's Buchhandlung in Berlin ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Jüdische Bekenntnißschriften. Erstes Heft, enth: das jüdische Glaubensbekenntniß. Zweites u. drittes Heft, enth: Wie ich gläubig wurde. Jedes Heft 2^ Sgr. Druck und Verlag von F. Schuster in HerSsejd.