Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-08-25 · Heft 34 (25.8.1844) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 34 (25.8.1844)
Date
1844-08-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2566751-2566911-2566946--1096-2568838
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eia- Wochenschrift für die Kenntnis« und Nekoem des israelitischen Uebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß Großherzogl. Weimarschem Land-Rabbinen in Eisenach. Mp. 34 Sonntag, den 25. Ytngnst 1844. V Zahpgang. Uever-riS. Hauptaussatz: Materialien zur Geschichte des rabbinischen Kalenders und zum Uebergange aus dem MosaiSmuS in den Rabbinismus. — Geschichte deS TageS: Vom Rhein: die Philippson'sche Kritik über die Rabbinenversammlung; Stern'S Briefe; Zunz Capriolen. Aus Oberschlesien: Holdheim's freisinniges Auftreten. Frankfurt a. M.: die gottesdienstliche Reform. Kassel: der Verein zur Bekehrung der Juden. Aus Galizien: Kohn's Stellung; die Finsterniß in Brody. Straßburg: die Schrift des G. de Felice. Materialien zur Geschichte des rabbinischen Kalenders und zum Uebergange aus dem Mosaismus in den Rabbinismus. (Prag 1844.) Gern widmen wir diesem Scbriftchen eine besondere Aufmerksamkeit, denn so klein es auch ist, so neu und von dem großartigsten Interesse ist der Gegenstand, den es bespricht. Was man nemlich auch von nichtisraelitischer Seite her uns möge Vorhalten, die mosaische Religion stehe in ihren metaphysischen Wahrheiten, in ihrer Lehre von Gott, Unsterblichkeit und jenseitiger Vergeltung noch zurück, huldige unreinen und menschlichbeschränkten (anthropomorphistischen) Vorstellungen; sie behaupte eine solche niedrige Stufe auch in ihren sittlichen Forderungen, erhebe sich noch nicht zu der Idee der Humanität, der reinsten umfassendsten Menschenliebe: wir schlagen diese Anklagen nieder, und retten die Ehre unserer Religion dadurch, daß wir auf die Stellen Hinweisen, die einen geistigen und heiligen Gott mit Ernst und Entschiedenheit verkünden, die Menschenliebe in ihrer vollen Bedeutung, Liebe auch zu dem Fremden und dem Feinde fordern; und erklären darum mit Recht andere Stellen die eine beschranktere Anschauung, einen minder hohen Standpunkt zu verrathen scheinen, als Accomodalion, als nothwendige und unun gänzliche Herablassung zu den Vorstellungen der damaligen Zeit. Was erwidern wir aber, wenn man uns die Gegenwart vorhält, wenn man den Beweis, daß unsere Religion noch hinter den klarsten und unbestreitbarsten Ergebnissen des fortschreitenden Geistes geblieben, daraus ableitet, daß sie, die göttlichen Ursprungs sich rühmt und rühmen muß, eine Zeitrechnung eingesührt und beibehalten hat, die offenbar eine irrige und unvollkommene ist, nemlich die nach dem Monde. Könnenwir auch hier mit Accomodalion, mit der Rücksicht auf die Vorstellungen früherer Zeiten und Völker uns verantworten, da wir doch wissen, daß gerade dasjenige Volk, welchem das ehemals israelitische viele seiner Einrichtungen entlehnte, die Egypter, schon das Sonnenjahr eingeführt; da, wäre auch dieses nicht der Fall, wir doch keineswegs jetzt mehr vor allen cultivirten Völkern zurückstehen, sie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.