Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-07-28 · Heft 30 (28.7.1844) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 30 (28.7.1844)
Date
1844-07-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2566751-2566911-2566942--1060-2568798
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eia- Wochenschrift für die Kenntnits «nd Nekorm des rfraelilitehen Redens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß in Eisenach, Großherzogl. Weimarschcm Land-Ra-binen. Rr. SV. Sonntag, de« 88. Juli 1844. T. Jahrgang. n«b»rbli«k. Haupt-Mrtikel: Die Beschneidungsfrage. (Fortsetzung.) — Geschichte des Tages: Breslau: der Roman „Jenny". Berlin: der Krcisoberrabbine Borchardt. Frankfurt a. M.: die Verlegung des Sabbats. Vom Rhein: die Unredlichkeit bei Herausgabe der rabbinischen Gutachten, über die Beschneidung und den Reformverein; die Frommen in Allarm wegen der Rabbinenversannnlung; Rückreise Aub's; der junge Rothschild. Hildesheim: Eingabe des Landrabbinen Bodenheimer. Die Befchnei-nngS-Frage. (Forsetzung von Nr. 29.) Die in neuester Zeit aufgekommene mythologische Auffassung der jüdischen Religionsgeschichte, sei auch auf die Erklärung der Beschneidung nicht ohne Einfluß gewesen, und so glaube Nork, der Jehovakultus habe die Jthamusverehrung, d. h. die Anbetung des Schöpfers in dem Organ des männlichen Gliedes durch das Gebot der Beschneidung zu ersetzen gesucht; nach einer anderen Erklärung wäre die Befchneidung als Ersatz für die früher bestandenen Menschen- und resp. Knabenopfer eingeführt worden, und nach einer dritten werde sie gar mit dem Lingamdienst der Indier in Verbindung gebracht. Meiners hätte jedoch schon in der Beschneidung einen jener vielen Gebräuche erblickt, wodurch man bereits im Alterthume und noch heute bei wilden Völkerstammen die bösen Geister, Dämonen und feindlichen Mächte zu versöhnen suchte, eine Ansicht, die noch heute fet einem großen Theile von Deutschland, Rußland und Polen bei den Israeliten im Schwange sei und durch die bekannten Zettel, die nach der Geburt eines Knaben bis zur erfolgten Beschneidung im Wochenzimmer ausgehängt werden, beurkundet werde. Die letzte Auffassung bilde die kriegerische, zu welcher in neuester Zeit Autenrieth gelangt sei. „Es war ihm bekannt, daß man seither sich dabei beruhigt hatte, diesen Gebrauch vom Standpunkte der Gesundheitslehre aus zu rechtfertigen. Dagegen führt er aber das Bedenken an, daß von den ältesten Zeiten her Millionen von Menschen in den wärmsten Klimaren der Erde ohne Beschneidung sich wol befunden hätten. Dagegen sucht er aus der Bibel zu beweisen, daß die Beschneidung sowol in Egypten als bei den Israeliten als Ehrenvorzug galt; daher wurden nur Beschnittene über die Grenze nach Egypten eingelassen, an der zu diesem Behufe eine 300 Stadien lange Mauer von Sesostris errichtet wurde. So erfuhr Abraham, als er das erstemal Egypten, da er noch unbeschnitten war, betteten wollte, Mißhandlungen, die später bei ihm und feinen beschnittenen Urenkeln, Jacobs Söhnen, die ohne Hin-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.