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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-06-23 · Heft 25 (23.6.1844) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 25 (23.6.1844)
Date
1844-06-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für S»t* Kenritnits und Reform des LfeaeliLifehen Ikebeus. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Nabbr'nen zu Stadt-LerrgSfeld bei Eisenach. Re. 25. Sonntag, de« SS. Jnni 1844. V. Jahrgang. u e b e r b l i -k. HauHt-dkussatz: Offene Briefe über den Reformvcrein. (Fortsetzung.) — Geschichte -eS TageS: Aus Baiern: Innere Verhältnisse. " Breslau: Die Prüfung in der Neligionsschule; Enllapungsfeirr in der isynagoge. Aus Westphalen: der Aufstand in Gcfccke. Vom Rhein: der Mord des Jmmendorfer ReligionslchrerS. AuS dem Großherzogthum Hessen: Emanzipation; gemischte Ehen. Frankfurt a. M.: das Geschenk Rothschilds. Rußland und Polen: Militärdienst der Juden. Moldau und Wallach ei: der Bann gegen die Missionare. Paris: der Judeneib; Heine über Emanzipation. Offene Briefe über den Reformverein. Von M. A. Stern. (Forschung von Nr. 24.) - Sie fragen (S. 724) was die jüdischen Merkmale des Vereins sind und ob nicht auch der rechtgläubigste Christ oder Muhamedaner Mitglieder unseres Bundes werden könnten? In dieser Frage liegt ein grober Jrrthum. Allerdings kann der rechtgläubigste Christ und Muhamedaner nicht Mitglied unseres Vereins werden, da des einen wie des anderen Glaube gerade darauf beruht, vaß der Mosaismus nicht einer unbeschrankten Fortbildung fähig ist, vielmehr eine neue unmittelbare Offenbarung nöthig war, um die Menschheit weiter zu bringen. Das Wesen des Judenthums beruht nicht in absondernden Satzungen, sondern gerade darin, daß es die Glaubensartikel anderer Religionspartheien, die ihm fremd sind, überwinden soll. Je mehr die übrigen Religionen von ihren bcsondern Glaubensartikeln verlieren, je mehr das Judenthum von seinen absondernden Sazzuugen abstreift, desto näher rückt man dem großen Ziele, welches in den oben angeführten Worten des Herrn Oe. Holdheim so scharf gezeichnet ist. Und gerade indem der Reformverein die Entwickelungsfähigkeit des Mosaismus an die Spitze stellt, zeigt er sich als einen ächt jüdischen. Auch scheinen Sie nicht bemerkt zu haben, daß eS kein Tadel sondern ein Lob ist, wenn Sie uns Vorhalten, daß sich im Schooße des Christenthumes noch kein ähnlicher Verein gebildet hat (S. 726). Denn gerade indem wir uns, unbekümmert um das, was in größeren und mächtigeren Kreisen vorgeht, offen aussprechen, beweisen wir, daß wir im Geiste des ächten JudentbumS handeln, dessen Aufgabe es ist, die Ueberzeugung keiner selbstischen Rücksicht zu opfern. Soviel über die drei Sätze selbst. Aber diese könnten richtig fein, und es blieben dennoch einige andere Bedenken, die sie vorbegracht haben; sehen wir auch diese genauer an. Ich halte es für überflüssig nochmals ausführlich über die Motive des Vereins zu sprechen und möchte Sie nur bitten, wenn Sie es nicht bereits gethan haben, den Jrrthum aufzugeben, daß B. Bauers

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