Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 24 (16.6.1844)
- Date
- 1844-06-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eia- Wochenschrift für die Kenntnits und Rrkorm des ifeaetititehen Uedess. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschcm Land-Rabbinen zu Stadt-Lengsfeld bei Eisenach. 9kp. 24. Sonntag, den 16. Juni 1844. V. Zahttgltttg. U e b e t b l i if. Haupt - tzkufsatz: Offene Briefe über den Neformverekn. (Fortsetzung.) — Geschichte des TageS: Bon der Oder: Gciger'S Religionsunterricht. Westphalcn: Grcuelfcenen des liren Jahrhunderts im 19ren. Breslau: Prüfung in der NeligionSschule; Entlassung der Mächen; Schreiben am Samstag; die Juden in der kaufmännischen Corporation; Streitigkeit in Grünberg; die Gemeinde in Oppeln; das oberfchlcsifche Rabbinervvlklcin. Görlitz: Ermordung eines RcligionSlehrerö. Von der Weser: Zwangsmaßregeln zum Besuch der Synagoge. Ungarn: Judcncmanzipation. — Beilage: Zur Charakteristik der starren Nabbaniten. Offene Briefe über -en Reformverein. Don M. A. Stern. (Forsetzung von Nr. 23.) Nun, Sie haben wol unterdessen den Aufsatz gelesen, was wenden Sie dagegen ein? Doch wol nicht, daß er blos das „Bedenken eines Laien" ist? Denn ein so ganz unwissender Laie kann es doch wol nicht sein, etwas mehr jüdische Theologie als der große Leviathan im Elbwasser zu Magdeburg muß er doch wol verstehn, sonst hatte ihm der fortschreitende Rabbinismus schwerlich die Spalten seiner Zeitschrift geöffnet, so ganz entgegengesetzt können seine Ansichten denen des fortschreitenden Rabbinismus doch wol nicht sein. Doch wozu der Spaß, denn ich darf nicht bezweifeln, daß Sie eben so gut wie ich den theologischen Löwen gemerkt haben, der sich in dieser Laienhaut verbirgt. Und was sagt dieser Löwe? Er fordert die Nkchttheologen zu dem feierlichen Ausspruche auf: „Daß Sie sich in ihrem Gewissen nicht verpflichtet fühlen, den Anordnungen des Talmuds und noch weit weniger der spateren Rabbinen, in so fern sie sich nicht durch eine vor dem Forum der Wissenschaft bestehende Eregese als aus der Bibel einfach abgeleitet erwiesen oder gründlich als von Moses überliefert Nachweisen lassen, irgend eine andere Autorität beizumessen, als allen übrigen zeitlichen Einrichtungen im Gebiete des Religiösen, deren Vernünftigkeit, Uebereinstimmung mit dem Geiste des Judenthums und Zeitgemäßheit zu prüfen ist." „Ueberall, heißt es etwas später, wo nur eine größere Anzahl intelligenter Laien sich zusammen findet, müssen sie, um dem eigenen Drange zu genügen, in Vereinigung sich kräftig in diesem Sinne ausfprechen." Also der fortschreitende Rabbinismus fordert uns förmlich zu einem Vereine auf, der sich von der Autorität des Talmuds lossagen soll, und nun, da es geschehen ist, kommen Sie und verdammen das Beginnen vom Standpunkte des fortschreitenden Rabbinismus. Wenn das kein Widerspruch ist, so habe ich die Vorlesungen über Logik umsonst gehört. Ich komme nun zu dem ersten Satze, der bisher das