Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1844)
- Date
- 1844-06-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für -re Krnntnits «n- Nekorm -es ifeaelilifehen Uebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Nabbinm zu Stadt-Lengsseld bei Eisenach. Rr. SA Sonntag, den 2. ^u«i 1844 V. Jahrgang. II t b 11 b I i ä. Haupt'Aufsatz: Offene Briese über den Reformvcrein. — Geschichte des Tages: Hamburg: Was ist wichtig für eine israelitische Zeitschrift? Frankfurt a. M.: Erklärung von Kirchheim. Breslau: der ausschließende Theil der Kaufmannchaft; da- Schreiben der jüdischen Gymnasiasten. Türkei: Freisprechung der Juden auf Marmor«. Nordamerika: Festlichkeiten zu wolthätigen Zwecken. Australien: Synagogenbau in Hobart-Town. Neu-Seeland: Begräbnißplätze für die Israeliten. — Eingegangene Schriften. — Anzeige. Zur gefälligen KTotiznahme! Da mit Ablauf dieses Monats ein neues Semester beginnt, so bitten wir die Bestellungen bei den nächstgelegenen Postämtern oder Buchhandlungen baldmöglichst zu bewirken. Auf die erfreulichste Weise hat die Theilnahme an unserem Journale sich vermehrt. Die angesehensten Gelehrten haben sich ihm als Mitarbeiter und Correspondenten angeschlolfen; deutsche Fürsten und Regierungen an die Spitze seiner Abonnenten sich gestellt, und jeder, dem der wahre, thatkräftige Fortschritt am Herzen liegt, es als eine unabweisbare Pflicht betrachtet, zu den Lesern des »Israeliten des neunzehnten Jahrhundert«" zu gehören. Wir dürfen darum der sich immer steigernden Theilnahme gewiß sein, und bemerken nur noch, daß unsere Wochenschrift jährlich für 3 Thlr. und halbjährlich für Thlr. durch alle Buchhandlungen und Postämter von uns und dem Kurfürstlichen Postamte hier zu beziehen ist. Hersfeld (in Kurhessen). Die Buchhandlung von F. Schuster. AK" Da wir mit dem 1. Juli d. I. unseren Wohnsitz in Eisenach nehmen, so bitten wir von dieser Zeit an und bis auf Weiteres alle Mittheilungen dorthin zu adressiren. Die Redaction. Offene Briefe über den Reformverein. Bon M. A. Stern. Vorbemerkung. Ich habe cs bisher vermieden, öffentlich über die neuesten Reformbcwegungen im Judenthume zn sprechen, weil ich, wiewol tief durchdrungen von ihrer Nothwendigkeit, doch zugleich mir bewußt bin, wie wenig ich zu ihrer Vertheidigung beitragen kann. Um so häufiger habe ich die Gelegenheit ergriffen, theils auf Anfragen antwortend, theils selbst anfragend, mit einsichtsvollen I Männern diese Erscheinung vertraulich durchzusprechen. Die j Briefe, die ich in dieser Beziehung geschrieben habe, hat! zum Theil ein eigenthümliches Schicksal verfolgt. Feind und! Freund hat sie nicht blos ohne mein Wissen und Willen veröffentlicht, sondern zugleich in böswilliger wie in gutgemeinter Absicht so zerfleischt, daß ich Mühe hatte in den verzerrten Zügen meine Kinder wieder zu erkennen. Ich fange an die Jndiscretion, die von gewichtigen Autoritäten gepredigt wird, für eine Tugend zu halten, und jede Tugend soll man zu üben suchen. Hat mir nun freilich eine schwer besiegbare moralische Schwache noch