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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-05-26 · Heft 21 (26.5.1844) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 21 (26.5.1844)
Date
1844-05-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Äenntnils und Nrkorm des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Welmarschcm Land-Nabbinen zu Stadt-Lengsftld bei Eisenach. Rr. 21. Sonntag, den 2«. Mai 1844. V. Jahrgang. UeberLlick. Haupt-dkrtikel: Das Preßburger Nabbmat. — Geschichte -es Tages: Frankfurt a. M.: der Zug nach Palästina; Triers Abdankung.^ Hamburg: die Kaufmannschaft und die Inden. Darmstadt: Fortschritt der VotkSmeinung; Grün'S Schrift. Berlin: «Lt.rdtrath Benda. Breslau: die NabbinatS - Angelegenheit; Juden als Mitglieder in dem Comilü für die Unterstützung der Spinner; daS neue Hospital. Nordhausen: die mosaischen Sanitäts-Gesetze. Königsberg: der Cantor Weintraub. Landau: hohes Alter. England: die „Morning Post" wider die Juden; Sammlung hebräischer Melodieen. — Literarische Notiz. — Eine christliche Stimme über die Verketzerung des Neformvereins. Das Wkeßbukgep Rabbinat. Die beabsichtigte Emancipation der Ungarischen Israeliten ist auf Seiten dieser Letzter» selbst auf ein Hinderniß gestoßen, das gewiß allen Emancipationsfreunden unerwartet und unwillkommen sein wird, so wenig befremdend cs auch demjenigen erscheinen mag, der die bei Gelegenheit der Emanzipation vielfach besprochenen Fragen tiefer erfaßt, als das gewöhnlich zu geschehen pflegt. Dem Vernehmen nach sollen nämlich die Ungarischen Israeliten durch eine Reichs-Deputation befragt werden, ob es ihr ernstlicher Wille sei, sich hinsichtlich des socialen Lebens mit den übrigen Bewohnern des Landes gänzlich zu amalgamiren, und ob dieses nicht mit ihren Dogmen, Gebräuchen und Gesetzen im Widerspruch wäre. Wenn nun dieses Letztere nicht der Fall ist, so soll ihre bürgerliche Gleichstellung gesetzlich ausgesprochen werden. Die Emancipation ist somit von einer Bedingung abhängig gemacht, welche an jene Fragen erinnert, die Napoleon im Jahr 1807 dem großen Synedrium zu Baris vorlegte. In welchem Sinne dieses letztere feine Ausgabe gelößt hat, ist bekannt. Anders dagegen verfuhr das Preßburger Rabbinat, indem dasselbe im frommen Eifer für die Erhaltung der Religion und deren Satzungen die Emaucipationsversuche von Seiten des Staats geradezu zu verhindern bemüht ist und solchergestalt durch sein Verfahren dem Herrn Bruno Bauer eine glänzende Sarisfaction gegeben bat, — eine Satisfaction, deren tatsächliches Gewicht schwerer in die Wagschale fallt, als alle Argumente seiner Gegner. Wir haben hier wieder einen praktischen Beleg zu dem Satze: die Extreme berühren sich. Die Bekampfer der Emancipation werden nicht verfehlen, jene Thatsache für sich auszubeuten, und die Unentschiedenheit, in welcher die deutschen Rabbinen meistens befangen sind, ist leider nicht geeignet, der sinkenden Wagschaale das Gegengewicht zu halten. So traurig jene Erscheinung an sich ist, so können wir doch nicht in den Ton derjenigen einstimmen, welche die Mitglieder des Preßburger Rabbinats, wegen des von ihnen beobachteten Verfahrens, als Männer hinzustellen suchen, die des Blutes ihrer Väter und des Schweißes

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