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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-05-19 · Heft 20 (19.5.1844) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 20 (19.5.1844)
Date
1844-05-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Arnntnrfs und Reform -es In-enth«ms. Redlgirt und herausgegeben von I>r. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Nabbinen zu Stadt-Lengsfeld bei Eisenach. Skr. 20. Sonntag, de» I». Mai 184». V. Jahrgang. ««»»»blick. Haupt-Tkrtikel: Breslauer Zustände. (Schluß.) — Geschichte des Tages: Frankreich: Bildniß von Cremieur; Lotterie für die polnischen Grcnzsuden; Philippika gegen die Schule in Colmar; der Minister des Innern und Neschid Pascha als Subscribent des Archive»; Cremieur als Bertheidiger der 6arette de France; Philanthropische Gesellschaft des Oberrheins; Populatrie in Algier. Mannheim: die Schrift von Karl Grün. Breslauer Zustände. I. Artikel. Geschichtliches. (Schluß von Nr. 19.) So lange nun diese Classe von Leuten den Juden und dem Judenthume herkömmlichen Schlages gegenl'ibertritl, fühlen sie sich aus ihrer Ruhe nicht aufgerüttelt, sie witzeln über das, was ihnen Thorheit scheint, machen auch einmal etwas mit und sind übrigens gegen die NiedrigsrstehtNden — wie sie ihnen wenigstens erscheinen; in der That haben diese oft weit mehr Herzensbildung —, so lange sie sich nicht persönlich durch sie beengt fühlen, vornehm wolgesi'nnt; sie fühlen sich ungestört in ihren Vorrechten, sie betrachten sich als den Adel unter den Juden, dem sein Vorrang ungeschmälert zugestanden wird. Grade aber in diesen usurpirten Vorrechten sehen sie sich gekrankt durch das neu erwachte Leben im Judenthum; die Masse soll emporgehoben, dem kaustischen Witze der Gegenstand der Belustigung entzogen werden, das religiöse Moment soll Bedeutung gewinnen, und a.'sbalv sind sie verblüfft und ergrimmt. Jbror kalten Natur ist der Enthusiasmus, der sich dazu gtsollt, zuwider, und da man in den Vertretern eines solchen wahrhaft religiösen Lebens im Judenthum Männer des gebildeten Geistes und des warmen Herzens verehrt, die weit löher stehn als solche Scheingebildete, so bemächt'gt sich ihrer wahrer Haß gegen dieselben. Wenn dies von den Egoistischen gilt, so ist allerdings bei den Etlern die Gesinnung eine bessere, aber die Teilnahme nicht größer; sie haben mit sich abgeschlossen und wollen sich nicht mehr irre machen lassen. Sie haben die Theorie über Judenthum angenommen, wie sie sich bei den Christen ausgebildet hat, und möchten davon nicht lassen. Sie betrachten das Judenthum als der Art versteinert, daß alle Belebungsversuche nichts nützen, daß aber, sobald man daran rührt und Aenderungen i n ihm — nach ihnen: mit ihm — Vorgehen sollen, dies eine völlige Aufhebung des Judenthums bewirkt, diese Versuche daher vollkommen unberechtigt sind; sie glauben demnach ein sehr gerechtes Urtheil zu fällen und einen Act der

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