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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-04-14 · Heft 15 (14.4.1844) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 15 (14.4.1844)
Date
1844-04-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Girre Wochenschrift für -re Kenntnis« und Nekorm des Indenthnms. RedlgirL und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Rabbinen zu ^Stadt-Lengsfeld bei Eisenach. Rk. 15. Sonntag» de» 14. April 1844. V. Jahrgang. u ° b e r b l i <k. Haupt-Aufsatz: Bruno Bauer und seine gehaltlose Kritik. (Schluß.) — Geschichte des Tages: Aus der bairischen Rheinpfalz: Die traditionelle Bedeutung der Gemeinden und das Gutachten eines Rabbinen über den Resormverein. Vom Rhein: Lehren und das Hospital in Jerusalem. Aus Baiern: Bedenken gegen Holdheims Schrift. Frankfurt a. M.: Der Rabbine Stein. Von der Saar: Zulassung der Juden zum Osficier-Examen. Aus der Provinz Preußen: Eine Jüdin ans Preußen in Rußland. Rußland und Polen: Der Ukas wider die Juden; der Schmuggelhandel der Grenzjuden; der Bann der Rabbinen gegen denselben; der UkaS über die Juden. Jassy: Das geraubte Judenkind. Vermischte Schriften. Bruno Bauer und seine gehaltlose Kritik über die Judenfrage, von Or. Gotthold Salomon. (Hamburg 1843 bei Perthes. Besser und Mauke.) (Schluß von Nr. 14.) Was ferner unseren Beifall nicht haben kann, das ist die Ironie, mit welcher Hr.l)r. Salomon die meisten seiner Gegenbemerkungen begleitet. Es mag dieser Ton in der Eigcnthümlichkeit des Verfassers begründet, mag ihm Bedürfnis sein, der rechte ist er aber nicht. Ja in den ersten Zeiten des Kampfes, vor fünfundzwanzig und dreißig Jahren, wo man fast nur mit Spott, gemeinem Witze und bitterer Ironie gegen uns zu Felde zog, da durften wir wol auch diesen Ton anschlagen, und dem erst erwachten, aber, wie natürlich, mit seiner ganzen Bitterkeit und Heftigkeit erwachten Selbstgefühl nachgeben. Jetzt aber, wo der Kampf gegen unser Recht selbst der Form und dem Ausdrucke nach eine edlere Gestalt gewonnen, ist die Ironie nicht mehr am Orte, am wenigsten in dem Umfange, wie sie unser Verfasser anwendet. Jetzt darf, wenn wir nicht schaden, wenn wir nicht den befangenen und irrenden Gegner zu einem gehässigen, zu einem wirklichen Feinde machen wollen, unsere Sprache nie den Ton der Bescheidenheit und einer edlen, würdigen Haltung verlieren, und — worauf das Meiste ankömmt, womit wir am tiefsten in die Herzen des deutschen Volkes, das immer mehr und mehr sich unserer Sache zuwendet, eindringen können, das ist unstreitig dadurch, daß wir entweder einen hohen geistigen oder sittlichen, oder auch wahrhaft nationalen Standpunkt bei der Vertretung unserer Ansprüche einnehmen. In erst er er Beziehung hat ein ganz junger Schriftsteller, Herr vr. H. N. Oppenheim, in dem Wenigen, was er über die Judenfache geschrieben, seine vorzügliche Begabung beurkundet. Er wußte die Sache mit einer so feinen Dialektik zu durchdringen und zugleich sie concret auf so glückliche Weise zu behandeln, daß er

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