Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-04-07 · Heft 14 (7.4.1844) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 14 (7.4.1844)
Date
1844-04-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2566751-2566911-2566926--0919-2568641
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

112 kungsweise „im reinsten (!) Sinnezuzusprechen gewagt!! Und dies Alles, weil er zufällig auch für dienlich erachtet, für den Reformvcrein zu schreiben — gewiß der allerschlechteste Dienst, den er diesem je zu leisten vermochte!-*) Frankreich. Paris. (Arch.Isr.) Herr Ad. Franck, der von den Jesuiten fortwährerd mit der äußersten Heftigkeit in Zeitungen und Brochuren angefeindet wird, hat die Genugthuung erhalten, zum Mitgliede der Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften ernannt zu werden. Am 3V. November wurde Herr Moriz Godchaux mit Miß Magdalene Antoinette Staley, einer zum Judenthum übergetrctenen Engländerin, deren Eltern in Versailles wohnen, in der Spnagoge zu Paris getraut. Die Arbeiter von Paris haben eine Adresse an die Deputirtenkammer für Aufhebung der Sklaverei unterzeichnet. Die Rcdaction der „ArcK. Isr." hat einen Aufruf an die jüdischen Arbeiter erlassen, diese Bittschrift, welche der pariser Arbeiterklasse zu hoher Ehre gereicht, mit zu unterzeichnen. Die „Arcd. Israel.--, die schon im Octoberheft von 1843 das Projekt einer Uebersetzung des Talmuds besprochen, fordern jetzt die Herren Talmudisten, welche dabei Mitarbeiten wollen, auf, ihre Beiträge an die Nedacticn franko cinzusendcn. Das Comite, welches die Prüfung dieser Arbeiten übernommen, besteht aus den HH. S. Cahen, Ncdacicur der »Are!,. Israel.--, Albert Cohen, Derenbourg, Ad. Franck, Mitglied der Akademie der moral, und polit. Wissenschaften, S. Munk, königl. Bibliothekar, Philipp Sander und O. Terquem. — Wir wünschen dem Unternehmen den glücklichsten Fortgang; aber eben deßwegen können wir auch den Wunsch nicht unterdrücken, daß die *) Die Entrüstung unseres verehrlichen Correspondcntcn scheint uns nicht in allen Stücken gerechtfertigt. Daß das Buch des Hrn. Barv viele grandiose und humane Ideen enthalte, wird Niemand, der es gelesen, ihm streitig machen; daß der Verfasser von Extravaganzen sich nicht frei halte, hat der Artikel aus Prag selbst-gestanden; und daß der Redacteur eines Blattes nicht eher eine Mittheilung über eine Schrift aufnehmen dürfe, als dis er genaue Erkundigung über den Character des Verfassers eingezogev, wird wol Niemand verlangen. Jndcß haben wir die Pflicht der Unparteilichkeit vor Augen gehabt, diesem Artikel eben so wenig, wie dem aus Prag (und auch dem aus Königsberg m Nr. 8) die Aufnahme in unser Blatt zu verweigern. Diejenigen unserer Leser, welche die Schrift von Vary geleseü, werde» übrigens am ersten im Stande sein, zwischen diesen entgegengesetzten Urtheilen zu entscheiden. Redaction. Herren vom Comit«, worunter die ausgezeichnetsten Orientalisten Frankreichs sich befinden, darauf bedacht sein möchten, die eingehenden Arbeiten besser zu prüfen, als dieß bei den in dem Probeblatt gegebenen geschehen. Rußland und Polen. In einer französischen Zeitschrift fordert der bekannte (römisch-katholische) Pole, Herr I. Czynski, zur Errichtung eines „europäischen Comite's für israelitische Colonisation" auf, wozu durch die bekannte russische Ukase eine dringende Veranlassung gegeben ist. Denn wenn die Verfügungen dieser Ukase auch durch eine neuerlich veröffentlichte (übrigens den Betheiligten noch nicht offiziell mitgetheilte und bisher ohne allen Einfluß auf ihr Schicksal gebliebene) weitere Ukase theilweise vorerst suspendirt sind, so haben wir doch bei dieser Gelegenheit mit Betrübniß erfahren, welchen Schicksalen unsre Glaubensgenossen in jenem Laude auSgcsetzt sind, Schicksale, denen einzig und allein durch eine Auswanderung vorzubcugen wäre. — Wir können indessen aus verschiedenen, sehr triftigen Gründen, deren nähere Entwickelung wir uns für eine ausführlichere Behandlung dieses wichtigen Gegenstandes Vorbehalten, dem in den „Archives" gegebenen Projekte einer Ansiedelung, besonders der polnisch-russischen Israeliten — in Frankreich nicht bei stimmen. Referent kann nur in einer gehörig organisirten Auswanderung nach Amerika die Vereinigung der wichtigsten Vorthcile mit der Vermeidung der meisten Jnconvcnienzcn erblicken — und für die praktische Ausführung eines ähnlichen Vorhabens in ziemlich großem Maßstabe ist bereits in aller Stille Manches gethan worden, was vielleicht binnen sehr kurzer Zeit zur öffentlichen Kenntniß gelangen dürfte. Ich gebe dem sich für diese Sache interessirenden Thcil unseres Publikums vorläufig diese, aus der ersten Quelle geschöpfte kurze Notiz, damit Jeder einstweilen, bis zur ausführlichen Veröffentlichung darüber, mit sich selbst zu Nathe gehen möge. Bei dem Unterzeichneten ist erschienen und durch F. Schuster in Hersfeld und Homberg zu beziehen: Die Organisation -es Zn-enwesens im Großherzogthum Posen, enthaltend eine Sammlung sämmtlicher, hierüber ergangenen Kabi'nets-Ordres, Ministerial-Rescripte, Ober-Praft'dial-Erlasse und Verfügungen der Königlichen Regierungen zu Posen und .Brombcrg. 'Preis Thlr. Preußen ging als rühmliches Beispiel den Staaten Deutschlands in der Gewährung der Menschen- und Bürgerrechte an die Juden voran; von ihm erwarten wir, daß es zuerst die völlige Gleichstellung ausspreche. Der Geist, welcher seine Negierung in dieser Beziehung beseelt und die Grundsätze, welche es befolgt, wir finden sie treu abgespiegelt in der obigen Zusammenstellung der gesetzlichen Bestimmungen, welche in dem am Meisten von Juden bewohnten Theile des preuß. Staates Gültigkeit haben. E. Heymann. Druck undVerlag von F. Schuster in Hersfeld.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.