Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1844)
- Date
- 1844-03-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit des neunzehnten Iahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnits und Nekorm des Indruthums. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogi. Weimarschem Land-Nabbinen zu Stadt-Lengsfeld bei Eisenach. Ne. 12. Sonntag, de» «4 März 1844. V. Jahrgang. u t»11 n i <t. Haupt -Aufsatz: Bruno Bauer und seine gehaltlose Kritik. - Geschichte des Tages: Frankfurt a. M. Die destnilive Entscheidung über Stein. Darmstadt. Die religiösen Zustände im Großherzogthum Hegen. Westphalen. Die äußeren und inneren Verhältnisse der Juden. Preßburg. Die Emanzipation der Juden. Literarisches. Das neue Heft der Geigerschen Zeitschrift. Freiheit und Religion. Anzeigen. Bruno Bauer und seine gehaltlose Kritik über die Judenfrage, von l)r. Gotthold Salomon. (Hamburg 1843 bei Perthes. Besser und Mauke.) Wer seinen Gegner widerlegen, mit Erfolg widerlegen will, der muß vor allem den Standpunkt desselben gehörig kennen, muß auf diesen sich stellen, und wenn er das nach seiner Ueberzeugung nicht vermag, diesen Standpunkt bekämpfen, die Falschheit desselben zu beweisen suchen. Dicß ist ganz besonders da nothwendig, wo die Auffassung des bestimmten Gegenstandes einer Schrift zusammenhangt mit der ganzen religiös-philosophischen Grundanschauung des Verf., oder vielmehr mit der Schule, welcher er angehört, und die wieder im historischen Zusammenhang mit dem ihr vorausgegangenen steht, die (wahre oder falsche) Consequenz derselben bildet. Als in der Philosophie das Kantische System und in der christl. Teologie der aus ihm hervorgegangene Rationalismus herrschte, da trug auch die Behandlung der Judenfrage diesen Character. Es sahen die Theologen des neuen Bundes im Christenthum nichts anderes, als die Vernunftreligion, als die reinste Offenbarung des sittlichen Bewußtseins; seine Mission war ihnen die Aufhebung aller der noch im Mosaismus herrschenden separatistischen und nationellen Satzungen, und die Dogmen welche man noch in den Urkunden des neuen Testaments finden wollte, waren entweder bei einer rationellen Exegese nicht in denselben enthalten, oder beruhten auf Accomodation an die Relkgionsmeinungen der damaligen Zeit, und gestatten demnach einer spateren, helleren, darüber hinaus zu gehen. Demzufolge kam es bei der Frage über die rechtliche und politische Gleichstellung der Juden darauf an, ob dieselben in ihrer Religion noch nationelle Elemente haben, die sie menschlich und sittlich von den übrigen Staatsgenossen trennen, und sie darum unfähig machen, im Staate, der auf Verwirklichung der reinsten Humanität beruhe, gleiche bürgerliche Rechte und namentlich Aemter zu übernehmen. Dieses behaupteten Viele der christlichen Theologen und Staatsmänner, während von Seiten der jüdischen Ge-