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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-02-04 · Heft 5 (4.2.1844) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 5 (4.2.1844)
Date
1844-02-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wocheuschrift für -ie Kenntnrks und Nekorm des Iudenthums. Redigirt und herausgegeben von »r. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Nabbinen zu Stadt-Lengsfeld bei Eisenach. Mp. 5. Sonntag, den 4. Ueber den Frankfurter Reform-Verein in Ortung aul des Herrn Nabbinrn Stern Antritte gegen denselben im Grient. (Aus Frankfurt a. M. eingesendet.) (Vorbemerkung der Redaction.) Obgleich die nachfolgende Entgegnung mit dem, was wir über die fragliche Angelegenheit in Nr. 46 — 51 des vorigen Jahrgangs dieser Zeitschrift gesagt, vielfach zusammentrifft, so beleuchtet sie doch andere Seiten der Sache und enthält überhaupt über unsere gegenwärtigen Zustände so viele beherzigungswerthe Aeußerungen, daß wir um so weniger Anstand nehmen, dieselbe vollständig aufzunchmen. Das Programm so wie das Circularschreiben der Reformfreunde haben den Zweck, den sie sich vorgesetzt, klar und bestimmt ausgesprochen. Sie haben nemlich in Deziehung auf Emancipation erklärt: 1) „Es ist nicht die Absicht dieser Erklärung, uns staatliche Bevorzugungen den stritten Beobachtern rabbinischer Satzung gegenüber zu erringen. Wir halten unsere bürgerliche Gleichstellung für eine in die Entwickelung humaner Principien mit inbegriffene Frage, an deren endlicher Lösung zwar unsere theuerste Hoffnung hängt, die jedoch nicht zunächst das moralische Bedürfniß in uns erregt, den mosaischen Glauben vor der tief- 8'bruar. ,844. V Jahrgang. sten Erstarrung, der heillosesten Verkümmerung zu bewahren." (Programm.) 2) In Beziehung auf die religiöse Tendenz: „Wir können und mögen keine Dogmen aufstellen: unsere Erklärung laßt die inneren positiven Grundlehren des Glaubens, so wie das Verhältniß, das Jeder je nach seinem geistigen und gemüthlichen Dedürfniß zur Religion hat, vollkommen unberührt und kann daher keineswegs den Zweck haben, eine besondere religiöse Gemeinschaft zu begründen oder die alte zu erschüttern;" (Programm) und ferner: „Wir erkennen unsere Aufgabe nicht im Einreißen des Gebäudes, sondern im Wegraumen des Schuttes; wir wollen den Kern entschieden festhalten. aber denselben durch gelauterte Formen zu schützen streben." (Circular.) Ferner: „Allgemein sehnt man sich nach einer Glaubensform, wie sie im reinen Mosaismus begründet und von trefflichen Schristgelehrten unserer Z it angedeutet ist, nach einer Glaubensform, von der Alles, was lediglich in den vorzeitlichen klimatischen und staatlichen Verhältnissen begründet, so wie Alles, was im Laufe der Geschichte bedeutungslos geworden ist oder einer höhern vaterländischen Gesittung nicht entspricht, entfernt werde." (das.) In Beziehung auf die Realisr'rung der Reform: „Wir versagen uns die Hoffnung nicht, in das Aeußere der Religionsübung diejenigen Aenderungen eintrelen zu sehn, die dun geläuterte» mosaischen Begriffe

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