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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-12-10 · Heft 50 (10.12.1843) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 50 (10.12.1843)
Date
1843-12-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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202 geringem Anzahl Juden die Ln dem damaligen Umfange der preußischen Monarchie lebten. Wer-e Mensch erst.' »Den Juden nur entehrt's, wenn er sein Volksthum nicht ve» lieren will?« — „Nein, nicht entehrt's ihn. Seine schönste Zierde, Sein achter-Diadem ist dieser Stolz, Und alles Gold der Welt wiegt ihn nicht aus. Doch eins ist höher noch, als Jud' und Christ Zu sein und Moslem — Mensch zu sein! Was zieht ihr Christ und Muselmann und Jude Die Schranken zwischen euch, was theilt ihr thöricht Die ewige Gleichheit, die euch alle verbindet, Nach Satzungen, die nur der Zeit gehören, Und mit der Zeit verschwinden, wie das Eis, So starr'ö im Winter lag, im Lenz zerrinnt? Der Jud' ist Christ, der Christ ist Jud'. Ihr Thoren, Wenn Euch das Abendmahl, das Osterlamm, Wenn Euch die Messe, die Beschneidung scheidet, Seid Menschen erst, das ist das Erste, Höchster Das Andere kommt von selbst. Und diese ist Die Zeit, die solch Erkeimen aus der Knospe Hervorloüt, wo es lang verborgen lag. O' geh' zur Ruhe, müder Wand'rer, jetzt. Wohl ist es schön, der Väter Sitten rein Sich zu bewahren; schön ist dieß Erbtheil, Vermehrt durch neue Zeichen des Bewußtseins, Das keine Grenzen kennt und keine Satzung, DaS nicht Verkomm'nes kennt, nichts Abgelebtes, Es ftisch den künftigen Enkeln zu vermachen. Geh' schlafen, Ahasver, Du hast gelebt, Genug gelebt! Es fängt dein Volk ein neues. Ein schön'reS Leben an; nicht bloß durch Gold, Denn auch des Goldes Herrschaft kommt zu Ende, Wie jede Herrschaft, nein, durch heiteres Verständniß, daß sich Christ und Jud' im Menschen Vereinigt haben und fortan vereinigt Auch bleiben. Dies Erkennen, diese Herrschaft Des Geistes ist der Messias, der verheißen Dir ward, o Israel, wie allen Völkern; Und diese Verheißung, sieh, wird jetzt erfüllt. Anbricht der Menschheit Pfingstfest. Horch! eS reden Die Völker alle in verschiednen Zungen Und jedes doch versteht das andere gut. Nur eine Heerde sind sie und sie haben Nur einen Hirten, der sie alle kennt; Er rufet ihnen allen zu: Seid Menschen! Pas ist der dritte, ist der jüngste Bund!« (E. Duller.) -ku» dem Trauerspiele Saul und David von Friedrich Rückert. (Schluß.) Samuel und Eleasar, der Sohn Abniadab's. Eleasar. War auch ein Volk dies je mit seinem Herrn? Samuel. Gott ist ihr Herr; ihr Vater wär' ich gern. Eleasar. Du bist's in uns'rer, Deiner Kinder Mitten. Samuel. Des Volkes Väter kommen hier geschritten; Laß sehn, um was die Kinder werden bitten! Die Weitesten von Israel. Der Erste. Vom Herrn zum Führer seines Volks Erwählter! Der Zweite. Zu Israels Berathung Gottbeseelter! Der Dritte. Hör' unsres Volkes Wunsch aus unserm Mund! Samuel. Jehova hört; thut euren Auftrag kund! Der Erste. Daß Israel im Frieden ungestört, Ein Jeder unter seinem Weinstock wohnt, Dom Dienste fremder Götter unbethört, Und dem geweiht, der auf Cherubim thront. Der das Gebet der Erd' im Himmel hört, Nachsichtig straft und überschwenglich lohnt; Daß seinem Gott das Volk sich fühlt versöhnt, Das ist die Ehrenkrone, die Dich krönt. Der Zweite. Lang lebtest Du, um Volksheil zu beleben, Doch ew'ges Leben wird Dir Gott nicht schenken; Er hat Dir gleiche Söhne nicht gegeben; Wer bleibt nach Deinem Hintritt uns zu lenken? Wann rings sich kaum gedämpfte Feind' erheben, Die nur vor Deinem Flug die Flügel senken! Vom Meer die Philistäer droh'n, nicht minder Heran vom Jordan drüben Ammon's Kinder. Der Dritte. Darum ergeht des Volkes Ruf an Dich: Um voll all Deiner Wohlthat Maß zu machen, Salb' endlich einen König über mich, Der mög' im Krieg und Frieden mich bewachen. Der, so wie rings mit ihren Königen sich Die Völker rüsten, führ auch uns're Sachen!.' Einstimmig rufen wir und tausendtönig Gib, Vater, Deinen Kindern einen König! Druck und Verlag von F. Schuster in Hersfeld,

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