Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-12-10 · Heft 50 (10.12.1843) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 50 (10.12.1843)
Date
1843-12-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2566751-2566856-2566907--0770-2568475
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Heraurgegeben von Dr. M. Heß, <Sroßl,erzogt. Weimarschem Lanv-Radbinen zu Sravt-Lcngsscld bei Eisenach. Rk. SV. Sonntag, den I«. December 184». IV. Jahrga»g. Wir freuen uns, unfern verehrlichen Lesern schon jetzt die Anzeige machen zu können, daß in Folge der sich immer mehrenden Anzahl unserer Mitarbeiter und Correspondenten, wie nicht minder der sich steigernden Theilnahme des Publikums, unser Blatt vom künftigen Jahre an in dev doppelten SkuSdehnnug erscheinen und noch mehr jCttgin^Cm«« pondenzen geben wird. Die Stedaetion. Dev Frankfurter Reformverein. Zweiter Artikel. Die Einwürfe gegen denselben. (Fortsetzung von Nr. 49.) Was weiter gegen den Verein vorgebracht wird, sind mehr äußere und versönliche Gründe, die die innere Wahrheit seiner Artikel unberührt lassen. Demungeachtet dürfen wir nicht unterlassen, auch sie kennen zu lernen. Zuvörderst nimmt man an dem förmlichen, öffentlichen Bekenntniß, das der Reformverein veranlassen will, deshalb Anstand, weil es den Frieden, der bis jetzt zwischen den beiden Partheien im Judenthum geherrscht, stören würde. „Wir sehen, so sagt man, daß trotz der verschiedenen Ansichten, welche das heutige Judenthum bewegen, doch die Bekenner desselben sich gegenseitig mit der größten Toleranz behandeln, ganz freundlich und friedlich mit einander verkehren, und dem Zwiespalt der Meinungen auf ihre menschlichen und geselligen Verhältnisse' durchaus keinen Einfluß gestatten. Das würde aber nicht so bleiben, wenn die Rationell-Gesinnten mit einem förmlichen Bekenntniß hervorträten; es würde dann zu einem Bruch kommen und dieser Bruch nothwendig gegenseitige Erbitterung und Anfeindung zur Folge haben." Wer sagt aber den Herren, daß das geschehen müsse? Freilich wenn die neue Bewegung von Obskurantismus und Fanatismus ausginge, hätte man recht, einen Friedensbruch zu fürchten. Der Fanatismus ist seiner Natur nach unfriedlich, will nichts neben sich dulden, keiner Glaubensanft'cht als der seinigen, das Recht der Aeußerung gestatten. Aber ist dieses auch so auf erleuchtetem religiösem Standpunkte, läßt sich von den Gründern jenes Vereins, läßt sich von denen, welche sich ihm anschließen werden, auch nur im Entferntesten besorgen, daß sie fortan irgend eine gehässige Gesinnung gegen die, welche in Sachen der freien Ueberzeugung, welche in Angelegenheiten der Religion und des Glaubens, nicht mit ihnen übereinstimmen, in sich auskommen lassen werden? Und wenn das von Seiten der starren Rabbaniten geschehen sollte, wenn sie nun ein gehässiges und feindseliges Wesen (ganz frei waren sie von einem solchen auch bis daher nicht) gegen die annehmen sollten, die sich gedrungen fühlten, ihre Ueberzeugung auszusprechen, sich zu einem freien, öffentlichen Bekenntniß zu vereinen, so ist das nicht der Letzteren Schuld, so dürfen diese darum sich nicht abhalten lassen, einen Schritt zu thun, welche der Ernst einer heiligen Sache, welche die Ehre der Wahrheit und der Religion von ihnen fordert. Uebrigens würde man sich sehr irren, wollte man den jetzigen Zustand des gegenseitigen Jgnorirens, des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.