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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-10-29 · Heft 44 (29.10.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 44 (29.10.1843)
Date
1843-10-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. HerauSgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Wnmarfchem Lanv-Rabdinen zu Stavt-Lengsfelv bei Eisenach. Rk. 44. Sonntag, »en 28. «etober 1843. IV. Jahrgang. -J" .. ■■ülü1. '.■JLi mmwam mi m i ■; u , Salomo« Maimorr über den Geist des Rabbinismus. (Aus seiner LebenSgeschichte.) (Schluß von Nr. 43.) Ich habe die Mißbrauche der Rabbinen in Ansehung der Religion obne alle Parteilichkeit aufgedeckt, ich muß aber auch ihr Gutes nicht verschweigen, und ihnen ebenso unparteiisch Gerechtigkeit widerfahren lassen. Man vergleiche einmal Mahommeds Beschreibung von der Belohnung der Frommen mit ver rabbinischen Vorstellung davon. Bei jenem heißt es: „Hier (im Parakiese) sind so viele Schalen, als Sterne am Himmel. Junge Mädchen und Knaben schenken ein, und warten bei der Tafel auf. Die Mädchen sind von einer Schönheit, die alle Einbildungskraft übertrifft. Wenn eine von diesen Mädchen am Himmel oder in der Nacht erschiene, so würde die Welt davon helle werden, nicht anders, als wenn die Sonne scheint: und wenn sie in's Meer spukte, so würde sie dessen salziges Wasser in Honig und seine Bitterkeit in Süßigkeit verwandeln. Wasser, Milch, Honig und weißer Wein werden die Flüsse sein, die diesen süßen Aufenthalt benetzen. Der Schlamm dieser Flüsse wird aus wohlriechenden Muskaten und die Kiesel derselben aus Perlen und Hyacinthen bestehen. Der Engel Gabriel wird die Thore des Paradieses den gläubigen Muselmännern öffnen. Das erste, was ihnen in die Augen fallen wird, wird eine Tafel von Diamanten, von einer so Ungeheuern Länge sein, daß man 70,000 Tage zubringen müßte, herum zu laufen. Die Stühle, die herum stehen, werden von Gold und Silber sein; die Tischtücher von Seide und Gold. Wenn sie sich gesetzt haben, werden sie die auserlesensten Gerichte des Paradieses essen und von seinem Wasser trinken. Sind sie satt, so werden ihnen schöne Knaben grüne Kleider von kostbarem Stoff und Halsbänder und Ohrgehänge von Gold reichen. Einem Jeden wird man alsdann eine Citrone geben und wenn sie sie an die Nase gebracht haben, um ihren Geruch zu empfinden, so wird ein Mädchen von bezaubernder Schönheit herauskommen. Jeder wird die Seinige mit Entzücken umarmen, und diese verliebte Trunkenheit wird fünfzig Jahre ohne Unterbrechung dauern. Ein jedes Paar wird einen bezaubernden Palast zur Wohnung bekommen, wo sie die ganze Ewigkeit essen, trinken, und alle Arten von Wollust genießen werden." Diese Beschreibung ist schön, aber wie sinnlich? Die Rabbinen hingegen sagen: „Oben (in dem seligen Aufenthalt der Frommen) giebt es weder Essen noch Trinken rc., sondern die Frommen fitzen gekrönt, und ergötzen sich in dem Anfchauen der Gottheit." Eisenmenger sucht in seinem entdeckten Judenthum 1. Tbeil, 8 Kap die platonische Lehre der Reminiscens, die die Rabbinen behaupten, durch eine krasse Auslegung lächerlich zu machen; aber was kann nicht auf diese Art lächerlich gemacht werden? So spottet er darüber, daß sie die Weisen mit dem Stoiker Könige nennen, daß sie sagen: Gott thut nichts, ohne sich mit den Engeln vorher zu berathschlagen d. h. die Allmacht wirkt nicht in die Natur unmittelbar.

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