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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-10-01 · Heft 40 (1.10.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 40 (1.10.1843)
Date
1843-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kmilmiß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgcgeben von »r. M. Heß, Großhcrzogl. Wetmarschem ^'unv-Ravvincn zu Sravt-LeugSselV der Eisenach. Rr. 4«. Sonntag, r«n r. » «»tniiber ,84». IV. Jahrgang. Aufruf an die Ku-enfeinde «ntev den Chriften, 2ah. Georg Eichler. *) (Schluß von Nr. 39.) Was den andern Gegenstand Eurer Furcht betrifft, den nämlich, daß die Emancipation den gesunden Organismus des Christenthums bemakele, so diene Euch Folgendes zur Antwort: Es ist nicht wahr, daß das jüdische Volk „im Staate und in der Staatengefchichte wirklich darum ein fremdes Element" bleiben müsse, „weil seine Nationalität eine chimärische, keine wirkliche sei", wenn man nicht zugeben will, daß alle Nationalitäten, die das Christenkhum, ohne sie zu absorbiren. in sich aufnimmt, chimärische sind; vielmehr wird daS jüdische Volk nur so lange ein fremdes Element bleiben, als seine Fremdartigkeit wider seinen Willen von christlich sich nennenden Staaten gefordert wird. Und gesetzt, selbst diese Fremdartigkeit dauere dennoch in der Emancipation fort, ist nicht gerade mitten aus dem Christenthume heraus, ein fast gleiches, frerndartiges Element, als eine Folge seiner Fortbildung unter dem Namen der Kritik ausgetreten, welche, falls jene Emanciparion zu fürchten wäre, ebensoviel Gefahr zu bringen drohen müßte, da sie mit der Emancipativnsfrage in einem Boden wurzelt? Doch, haltet die Gefahr für groß, oder für gering, Ihr werdet endlich einsehen, daß es für das Christenthum gar keine Gefahr gibt, daß es, wie es jeden Zweifel ertragt, so auch einen Ruhm darein zu setzen hat, daß die vollkommene Gleichstellung der Juden, für es nur förderlich, nicht gefahrlos sei, und daß alles, was Ihr zum Wvhle der Israeliten thut, unbeschadet des christlichen Principes geschieht. Ich deute hiermit zugleich auf die Perfectibilität des Christenthumes. Was ist sie anders, als die allmählige in einem steigenden Verhältmß begriffene, conservirende Aufhebung der heterogensten Elemente und der schärfsten Extreme in sich? In der That, so lange der Staat die Israeliten nicht allseitig gleichstellr, so lange wird das Christentum noch perfeckibel sein, d. h. durch die immer tiefer eingreifende Belebung des Principes der Nationalität sich weiter entwickeln müssen. Aber, werdet Ihr entgegnen, das Prinzip der Nationalität ist mit der Liebe, die das Christenthum fordert, unverträglich. Wie so? Doch, freilich, «er unter christlicher Liebe und Humanität ein partikulares Unding versteht, welches vielmehr mit dem Namen der Heuchlei, zu bezeichnen ist. nur der kann so verblendet sein, zu glauben, daß gesteigerte „Sittlichkeit", daß die „Fortschritte der Cultur und Civilifation", daß überhaupt „alles Wissen" mit der „christlichen Liebe" statt am meisten, vielmehr am wenigsten vereinbar sei. — Ich finde es zwar consequent, daß Jiw aus Abneigung gegen die unheuchlerische rat io Eure Gründe gegen die Emanciparion, da sie aller Nationalität entbehren, mit Bibelstellen belegt, und ihnen eine Euerem unchristlichen Zwecke gemäße Bedeutung unterschiebt: aber, sagt mir dann doch, wo steht denn geschrieben, was Ihr gleichfalls behauptet, daß „die Christen das, was die Juden den Völkern angethan haben, ihnen in vollem Maße zurückzugeben haben?- Will dieß wirklich das Christenthum

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