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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-09-10 · Heft 37 (10.9.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 37 (10.9.1843)
Date
1843-09-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine .Wochenschrift für die Kemnmß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großhcrzsgl. Weimarschem ^'ans-Naobinen zu Skavt-Lengssclv bei Eisenach. Rr. AV. Uebersehung der von M. Mendelssohn im Jahre! 1750 herausgegebenen hebr. Wochensihrift idid nhnp, der moralische Prediger. Pforte!.*) Wer im Frühling ausgeht und die Baume grünen jieht, spreche den Segen: Gelobt sei der Herr, der es der Welt an nichts hat fehlen lassen. Wenn ich einen forschenden Blick auf das Weltall werfe und dessen Bau betrachte, so tritt es mir als ein herrlicher Pallast, als ein königl. Tempel entgegen, den die Rechte Gottes um sein selbst willen, zu eigener Herrlichkeit und zur Herrlichkeit des Königs, der ihn bewohnen sollte, gegründet vat. Allmonatlich wechselt er (Gott) den Schmuck, verändert die kostbaren Schönheiten, mit denen er den Tempel zur Augenlust ziert. Bewundernd schaut des Spähers Auge die mannigfache Verschiedenheit der Gattungen, deren prachtvolle Schönheiten, die sich in -) Don dieser Wochenschrift ist blos eine 4 Quartseiten starke Nr. erschienen, welche schon vor 50 Jahren so selten gewesen, daß die Herausgeber der Measphim sie in ihre Monatsschrift abdrucken ließen, aus welcher sie auch später in die Bi kure Ha-Jttim herübergenommen wurde. Ueber den Geist, Stil und über das Schicksal dieser ersten hebräischen Wochenschrift habe ich ausführlicher gehandelt in meinen Beiträgen zu M. Ms. Lebensgeschichte, welche der jetzt bei Brockhaus in Leipzig erscheinenden rechtmäßigen Ausgabe der M. Ms. Schriften zu Grunde gelegt worden sind. D. Uebers. IV. Jahrgang. unzähligen Schaaren darstellen. Vergeblich strebt die Weisheit aller Erdbewohner bereits seit 55 Jahrhunderten den innern Zusammenhang auch nur des kleinsten Naturgebildes recht zu erforschen, und wie sollte ein Mensch von kurzer Lebensdauer hoffen wollen, an allen den Schönheiten des Alls von Groß bis Klein stch zu ergötzen? Keiner von uns hat davon mehr als schwache Begriffe und geringe Einsicht! Die Blumen nach ihren verschiedenen Gattungen, sie nehmen unter den Herrlichkeiten unseres Gottestempels den Vorderrang ein; wegen der Fülle ihrer Herrlichkeit und majestätischen Schönheit ergötzt sich selbst der Ungebildete, der Einfältige und Thor an ihrem prachtvollen Farbenspiel. So lange ich auf Erden lebe, habe ich noch keinen Menschen erblickt, der gleichgültig an einer schönen Blumenflur vorbeigeeilt, ohne seine Blicke auf ihrem Gesammtgebiete umherschweifen zu lassen, Gott der Herr gab dem Menschen durchschauende Augen, damit er sich an den Hochgenüssen der Schönheit aller Geschöpfe ergötze; seinetwegen entfaltet sich die Knospe, blüht die Rose und das Gesträuch des Feldes und gestalten sich unzählig mannigfach der Blumen Farbenmischungen und Formen. Ja, um des Menschen willen duften die Blumen Wohlgerüche und verbreiten angenehmen Würzstaub um sich, auf daß sein Auge schaue und sein Herz verständig, froh und hochentzückt werde, ob des lieblichen Wohlgeruches, den er einathmet. — Hier stehe ich nun inmitten einer Blumenflur, von beiden Seiten tritt mir das schönste Farbengemisch entgegen und Wonnettunken schaut dies mein Auge. Die Lilie auf der Höhe und die Rose im Thale gießen Freud. Sonntag, den IO. Septern-er 1843.

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