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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-08-20 · Heft 34 (20.8.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 34 (20.8.1843)
Date
1843-08-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Lanv-Ravbinen zu Sradt-Lengsselv bei Eisenach. A4 Sonntag, de» so. Ykngnft 1843. IV. Ickhttgmeg. ■'■■JlEll!1 ■ "... ■!!? 'LJ1 ■ .." ■■ Besorgnisse und Hossuungen für die künftige Stellung der Juden in Preußen. Von G. Rießer. (Hamburg, bei B. S. Berendsohn, 1842.) (Fortsetzung von Nr. 33.) „Gleichwie" — bemerkt Rießer einleitend in der Vorrede zu seiner Schrift — „so manches gute oder böse beginnen in unserem Vaterlande seine unmittelbare Wirkung nicht sowohl in seiner praktischen Ausführung findet, als in der geistigen Bewegung, die es anregt, in dem Anklange oder in dem Widerstande, den es erweckt, in dem Jdeenkampfe, den es veranlaßt: so scheint es auch hier der Fall fein zu sollen. Hoffen wir, daß in jedem solchen Falle diese nächste Folge den Keim zu künftiger heilbringender Entwickelung in sich trage! Pflegen wir die Blüthe des Gedankens mit frommer Sorgfalt, auf daß die Frucht der That baldigst an dem Baume der Erkenntniß reife! — In diesem Sinne habe ich geglaubt, das Angefangene zu Ende führen und einen Beitrag zur Erörterung der vielbesprochenen Frage liefern zu müssen. Ich wollte indessen nur einzelne Seiten derselben ins Auge fassen und hauptsächllch den obersten Grundsatz der beabsichtigten Umgestaltung prüfen. Anderes, Namentlich das Meiste von Dem, was die praktische Seite der Sache angeht, habe ich um so mehr aus dem Kreise meiner Betrachtung ausgeschlossen, als alles Das in der Zwischenzeit von Anderen auf genügende, erschöpfende Weise besprochen worden ist." Die Schrift selbst beginnt ihre Betrachtungen mit der Prüfung der Idee, welche dem projectirten Gesetze zu Grunde liegt, die der Erhaltung der jüdischen Nationalität. „Es muß Jeden," — sagt der Verfasser treffend hierüber — „welcher die Geschichte des Kampfes der Juden um Gewissensfreiheit und Rechtsgleichheit seit einem Menschenalter, seit einem Jahrzehend zumal, welcher die Sophismen kennt, denen wir in diesem Kampfe zu begegnen hatten, in eine eigenthümliche Stimmung versetzen, wenn er hört, daß gerade dieses Prinzip, daß „die Erhaltung der jüdischen Nationalität jetzt das Prinzip der Gesetzgebung über die Juden in einem großen, angesehenen, nach einer beinahe sprüchwörtlichen Rede an der Spitze deutscher Bildung und Intelligenz stehenden Staate werden soll! Wer erinnerte sich nicht der grenzenlosen Gehässigkeit, die sich gerade an diesen Punct, an die besondere „Nationalität" der Juden geknüpft hat? Wer wüßte nicht, wie jeder Druck, jedes Unrecht, jede Bitterkeit gerade durch diesen Borwurf beschönigt wurde, wie jede Verbesserung des erbärmlichsten aller Zustände, wie jede kärgliche Annäherung an ein gerechteres System, wie jedes noch so kümmerliche Zugeständniß an eine vermeintliche „Entnationalisirung" geknüpft wurde, wie man kein Mittel für zu roh und für zu gewaltsam hielt, um zu diesem Zwecke zu führen!" Wie unsere Leser schon vernommen, beginnt nun das fragliche Aktenstück mit der Betrachtung, „daß es wunderbar sei, wie sich das Judenthum in den Stürmen so vieler Zeiten und Völker habe erhalten können, und daß diese Erscheinung nur dem Umstande beizumessen sei, daß Religion und Nationalität stets bei ihnen im Bunde gewesen." Hierauf entgegnet Rießer:

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