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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-08-13 · Heft 33 (13.8.1843) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 33 (13.8.1843)
Date
1843-08-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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134 Die Sephardim. (Fortsetzung und Schluß von Nr. 29.) Erklärlicher Weise war auf eine solche Bekehrung kein Werth zu legen, und es darf nicht befremden, daß die Juden wieder der alten Sitte und dem Glauben der Väter sich zuwandten, als der Truck etwas schwächer wurde. So geht es fort, so lange die Westgothen in Spanien herrschten. Die weltliche wie die geistliche Gewalt mischte sich willkürlich auch in die inneren Angelegenheiten der Bekenner des Judenthums; keiner von diesen durste in einer Stadt, in welcher er nicht ansäßig war, sich blicken lassen, ohne vor dem Bischof oder dem Ortsrichtcr zu erscheinen und sich anzumelden. Ueberall mußte er einen Paß, ein Zeugniß über sein Wvhlverhalten, aufweisen. Jeder Geistliche, der sich Geld geben ließ, um nicht allzustrenge Aufsicht zu üben, wurde abgesetzt, in den Bann gethan, und unter Umständen selbst zum Scheiterhaufen verurtheilt. Und doch konnten, wie denn das bei so unmäßig strengen Vorschriften gewöhnlich der Fall zu sein pflegt, die Decrete der Kirchenversammlungen nicht genau vollzogen werden. Sie dienten nur dazu, die Juden zu quälen. König Ewig's Nachfolger, Egica, verfuhr weniger streng; er verlieh den getauften Juden Bürgerrechte, und sein Sohn Vitiza, erlaubte den meisten Verbannten wieder nach Spanien zu kommen. Daß diese Leute unter solchen Umständen den kriegerischen Muth völlig cinbüßten, ist begreiflich, sie durften ja keine Massen tragen. Dagegen zeichneten sich, im sechsten Jahrhundert, die Juden in Neapel durch hartnäckigen und tapfer« Widerstand gegen den berühmten Feldherrn Belisar aus, wie sie sich dann stets, und namentlich in Holland, und in den letzten deutschen Kriegen, als tüchtige Soldaten bewährt haben. Ehe das westgothische Reich zu Grunde ging, ließ sich die Kirchcnversammlung von Toledo noch eine Handlung der Grausamkeit zu Schulden kommen, die dem ganzen Lande verhängnißvvll wurde. Sie befahl, alle Juden zu Sclaven zu machen, und alle jüdischen Kinder, welche das siebente Jahr zurückgelegt hatten, ihren Eltern wegzunehmen. Und das geschah gerade zu derselben Zeit, als die Araber in Spanien einfielen, und sie allen kirchlichen Parteien gleiche Duldung verkündigten. Die Geschichte meldet nicht, wie sich die zur Tauft gezwungenen, oder die verbannten Juden in diesem wichtigen Zeitabschnitte benahmen, aber man darf wohl annehmen, daß sie die günstige Gelegenheit nicht ungenützt vorübergehen ließen, und sich für den Jahrhundert langen Druck an den Gothen rächten. Spätere Schriftsteller behaupten, daß die Juden Alles aufboten, um den Arabern die Städte Granada, Kordova und Toledo, in welchem sie sehr zahlreich waren, in die Hände zu spielen. Homiletische Revue. Zsraclitischc Fcftpredigren und Casualreden, herausgegeben vvn Di. Maier, Kirchenrath und Rabbine m Stuttyatt, I. N. Mannheimer, Religionslehrer in Wien, und Dr. G. Salomon, Prediger in Hamburg. Erstes Heft. (Stuttgart 1840 bei Metzler.) Dasselbe, zweites Heft. 1842. Wer da den Mangel an einer Predigerbibliothek unter uns fühlte, der konnte sich nur aufrichtig darüber freuen, daß Namen, von so gutem Klang, wie die obigen, auf die Idee gekommen sind, eine solche herauszugeben. Auch enthalten die obigen Hefte mehrere Festpredigten, sowie Reden bei Trauungen, am Grabe und bei anderen feierlichen Anlässen, und daß sie nach Inhalt und Form Muster genannt zu werden verdienen, bedarf bei dem Rufe jener Männer nicht erst unserer Versicherung. Nur hätte die Sammlung sich nicht gerade aus Festpredigten beschränken sollen, auch mußten noch andere tüchtige Prediger und an solchen ist gottlob! das Heutige Israel nicht mehr arm, — hinzugezogen werden. Gerade die Mannigfaltigkeit ist hier ein wesentlichbelehrendes Moment, und auf sie mußte um so mehr Rücksicht genommen werden, als manche dieser Vorträge, da sie mehr die Verhältnisse in großen Städten vor Augen haben, sich zum Ablesen in Landgemeinden nicht eignen. Doch wird dem vielleicht in dem nächsten Hefte schon abgeholfen werden. Wir können demnach das Unternehmen nur mit freudiger Anerkennung begrüßen, wenn wir es auch schmerzlich vermissen und es uns nicht erklären können, daß der treffliche Mannheimer Nichts gespendet hat, ja sein Name nicht einmal auf dem zweiten Hefte genannt ist. Herzensworte zur Belehrung und Erbauung von L. Posen er. Paderborn, bei Winkler. Herzensworte sind diese Rede allerdings, sie kommen aus dem Herzen und finden ihren Weg zu dem Herzen der Hörer und Leser. Der Verfasser hat unstreitig ein vorzügliches Rednertalent, weiß die religiösen Ideen erbaulich aufzufassen und sie zur Belehrung und Erbauung zu verarbeiten. Er ist nur Lehrer (vor einiger Zeit in Ratboy in Westphalen) aber hätten nur manche Rabbinen seine Klarheit, seine geschickte Handhabung des Wortes, und vor allem seine wahre, glühende Begeisterung-, es würde besser um viele Gemeinden stehen. Berichtigung. Nr. 30, S. 121, Sp. 2, Z. 24 v. o. l. st. mit neuer Anmuth — »mit neuer Armuth". Beka««tmach«»g. Bei uns ist erschienen und in allen Buchhandlungen in Hersfeld und Homberg bei F. Schuster zu haben: Cm. Hecht, über Sabbath- und Feiertagsschulen und deren Einrichtung, gr. 8. br. Sgr. Vorstehendes Wcrkchen bespricht einen Gegenstand, der weder von christl. noch jüdischen Schriftstellern behandelt sein dürste. Es ist aber von solcher Wichtigkeit, daß ihm wol einige Aufmerksamkeit zugewendet werden dürfte. Früher erschien von demselben Verfasser: „Handbüchlein für hebräische Leseschüler," und „Bibl. Geschichte für Kinder von 6 — 9 Jahren." Fulda, Juni 1643. C MÜver'sche Buchh. Druck und Verlag von F. Schuster in Hersfeld.

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